Ein junges Mädchen im Venedig des 17. Jahrhunderts wird als Violinistin im Waisenhaus ausgebildet und findet mit Antonio Vivaldi als Lehrmeister zu ihrer wahren Bestimmung. Klug ausgedachtes Drama mit teils wunderschönen Bildern.  

Die junge Cecilia (Tecla Insolia) ist fast noch ein Kind, gilt aber bereits als hochbegabte junge Violinistin. Kurz nach ihrer Geburt wurde sie von ihrer Mutter im kirchlichen Ospedale della Pietà abgegeben. Das eigentliche Ziel für alle hier ist die Ehe. Die meisten Mädchen betrachten die Ehe als willkommene Gelegenheit, dem strengen Regiment des Waisenhauses zu entkommen, aber das gilt nicht für Cecilia. Ihr bedeutet die Musik sehr viel, doch als verheiratete Frau dürfte sie nicht mehr musizieren. Als der neue Maestro auftaucht, ein Mönch namens Antonio Vivaldi (Michele Riondino), der künftig als Musiklehrer und Dirigent im Waisenhaus arbeitet, beginnt Cecilia zu verstehen, dass die Musik ihr mehr bedeutet als alles andere im Leben – sie wird für Cecilia zum Symbol ihrer Freiheit.  Nach dem Roman „Stabat Mater“ von Tiziano Scarpa entstand „Vivaldi und ich“ als musikalisch durchkomponierte Emanzipationsfantasie. Zu Beginn begleitet die Musik ganz zart die Handlung, doch bald wächst sie an Bedeutung. Cecilia ist parallel dazu zu Beginn noch sehr kindlich. Durch Vivaldi und seinen Einfluss verändert sie sich, sie wird erwachsener und damit anspruchsvoller. Das kluge Drehbuch spielt erfolgreich mit Erwartungen, Wünschen und Klischees. Der Film wirft auch einen kritischen Blick auf die Allmacht der Kirche und auf den Geschäftssinn des Klerus. Auch wenn sich „Vivaldi und ich“ der kitschigen Postkartenromantik verweigert, sind die Aufnahmen dennoch von manchmal traumhafter Schönheit, von der nebligen Lagune bis in die kleinen Kanäle. Aber Daria D’Antonios Kamera schweift auch durch prächtige Innenräume, die von der Macht der Kirche und des Geldes erzählen, und sie zeigt ebenso die düsteren Gewölbe, in denen die Mädchen schuften müssen. Sie sind in den Augen der Kirche nichts weiter als rechtlose Sklavinnen. Doch hier geht es nicht nur um weibliche Selbstbestimmung, sondern zusätzlich auch um die Kunst an sich – um Perfektion und um die Kraft, sich gegen alle Widerstände zu behaupten.  Quelle: programmkino.de / Gaby Sikorski

Poster für den Film Vivaldi und Ich
Regie Damiano Michieletto Darsteller Tecla Insolia, Michele Riondino
Seniorenkino-Preview, 6€ inklusive einem Glas Sekt
Vivaldi und Ich
Mi | 20. Mai | 14:30 uhr

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