Nach dem Bestseller von Daniela Dröscher: Aus Sicht der Tochter erzählt Aron Lehmann von einer Mutter, die gegen familiäre Zuschreibungen und gesellschaftliche Enge ankämpft.
Aus der Perspektive der Tochter Ela blickt der Film auf eine Familie in der westdeutschen Provinz der 1980er Jahre. Im Zentrum steht Elas Mutter, eine eigenwillige, schöne Frau, die von ihrem Mann Werner immer stärker auf ihren Körper reduziert wird. Er macht ihr Gewicht verantwortlich für all das, was ihm selbst versagt bleibt: beruflicher Aufstieg, gesellschaftliche Anerkennung, das Gefühl von Kontrolle. Für Ela wird die Mutter zur ersten großen Liebe ihres Lebens, aber auch zur Projektionsfläche von Scham, Verletzung und Bewunderung. Während Werner die Familie mit seinen Vorwürfen vergiftet, sucht die Mutter nach einem eigenen Weg. Das Kind beobachtet, versteht manches nicht und speichert doch alles.
„Lügen über meine Mutter“ ist ein Stoff, der seine Kraft aus dem genauen Blick auf alltägliche Gewalt bezieht. Aron Lehmann verfilmt Daniela Dröschers Roman nicht als lautes Familiendrama, sondern als Erinnerung an ein Klima, in dem Kränkungen, Körperbilder und Abhängigkeiten langsam zerstörerisch wirken. Besonders interessant ist die kindliche Perspektive: Ela sieht ihre Mutter mit Liebe, Staunen und Schmerz, während sie zugleich den Blick des Vaters und der Umgebung miterlebt. Daraus entsteht eine Erzählung über weibliche Selbstbehauptung, aber auch über das Erbe familiärer Sätze. Rosalie Thomass bringt für die Mutter eine Mischung aus Verletzlichkeit, Lebenshunger und Widerspruchskraft mit; Golo Euler dürfte Werners Verbitterung ohne einfache Karikatur schärfen.
Nach dem Bestseller von Daniela Dröscher: Aus Sicht der Tochter erzählt Aron Lehmann von einer Mehr Infos...
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