Die deutsche Entertainment- und TV-Landschaft der 90er- und 2000er-Jahre waren bunt und vielseitig – aber sie war klar männerdominiert. Mit diesem Umstand sowie den Folgen für die Protagonist*innen und die Gesellschaft befasst sich die Dokumentation.

Den Titel der Doku darf man natürlich mehrdeutig und ironisch verstehen. Einerseits waren die 90er- und 00er-Jahre tatsächlich die große Zeit der Sketch-, Spiele- und Comedy-Shows, die vor allem den Privatsendern große Erfolge brachten. Andererseits bleibt einem bei etlichen Auftritten und Scherzen, vor allem aus heutiger Sichtung, das Lachen im Halse stecken. Müller und Schneider präsentieren bewusst viele solcher Momente aus früheren Quotenhits. Darunter „Alles Nichts Oder?!“, „RTL Samstag Nacht“, „7 Tage, 7 Köpfe“, „TV Total“ oder „Die Harald Schmidt Show“.

Schnell fällt auf: Vieles von dem, was damals Millionen Haushalte im heimischen Wohnzimmer wie selbstverständlich erreichte, könnte man heute so niemals wieder senden und verantworten. Zu sehen sind fragwürdige, sexistische Witze und herabwürdigende Sketche, die Frauen zu reinen Lustobjekten degradieren oder auf Kosten von marginalisierten Gruppen wie der queeren Community gehen. Die Shows waren mitverantwortlich dafür, dass sich überholte Geschlechterrollen, veraltete Ansichten und gängige Vorurteile in der Gesellschaft weiter etablieren und festsetzen konnten.

Poster für den Film Was haben wir gelacht
Regie Eva Müller und Isabel Schneider Darsteller Hella von Sinnen Esther Schweins Maren Kroymann Gaby Köster Bettina Böttinger