Brad Pitt kehrt als Cliff Booth zurück. David Fincher inszeniert Quentin Tarantinos Figur im Hollywood des Jahres 1977 als Fixer zwischen Verbrechen, Ruhm und alter Gewalt.
Acht Jahre nach den Ereignissen in Quentin Tarantinos alternativer Hollywood-Geschichte ist Cliff Booth nicht mehr der Mann, den Los Angeles scheinbar gebraucht hat. Wir schreiben 1977. Cliff arbeitet als Barkeeper, als Vorführer und vor allem als Problemlöser für Menschen aus der Filmbranche. Als Talentagentin Karen Crosby ihn im Auftrag eines Fernsehstars kontaktiert, wird er in eine neue Geschichte aus Mord, Erpressung, Diebstahl und Hollywood-Eitelkeit hineingezogen. Die Zeiten haben sich geändert, die Stadt ist härter geworden, aber Cliff besitzt noch immer jene Fähigkeiten, die Probleme zwar nicht legaler, aber lösbarer machen. Aus dem Märchen von 1969 wird ein Crime-Stück über das Ende einer Illusion.
„The Further Mis-Adventures of Cliff Booth“ ist ein ungewöhnliches Projekt: David Fincher übernimmt eine Figur aus Tarantinos Welt und erzählt sie mit eigenem Blick weiter. Genau darin liegt der Reiz. Cliff Booth war in „Once Upon a Time… in Hollywood“ bereits Mythos, Rätsel und Gewaltfantasie zugleich. Nun wird diese Figur in das Jahr 1977 versetzt, eine Zeit, in der das alte Hollywood weiter zerfällt und neue Formen von Macht, Kriminalität und Ruhm entstehen. Brad Pitt kann Cliff mit jener entspannten Gefährlichkeit spielen, die immer zwischen Charme und Abgrund kippt. Fincher wiederum dürfte weniger an Nostalgie interessiert sein als an Kontrolle, Präzision und dunklen Strukturen. Wenn Tarantinos Drehbuch die Vorlage liefert, kann daraus ein spannendes Treffen zweier Handschriften werden: Dialog- und Popkulturwucht auf der einen, kühle Inszenierung und moralische Düsternis auf der anderen Seite. Der Film wird für zwei Wochen im Kino gezeigt, bevor er zu Netflix kommt. Das passt zu einer Figur, die selbst aus der Kinomythologie stammt und nun in einem anderen System weiterlebt.