Frankreich 1940: Ein armer Deserteur gibt sich ausgerechnet als Jude aus, um zu überleben. Eine französische Tragikomödie über Lüge, Angst und unerwartete Menschlichkeit.
Jean Chevalin lebt mit seiner Familie in bitterer Armut. Frankreich befindet sich im Krieg, die politische Lage ist bedrohlich, und Jean versucht, irgendwie durchzukommen. Als Deserteur hat er allen Grund, nicht aufzufallen. Doch weil er glaubt, jeder andere habe mehr Glück als er, fasst er einen absurden Plan: Er gibt sich fälschlicherweise als Jude aus, um Unterstützung von Schmugglern zu erhalten und sich mit seiner Familie in Sicherheit zu bringen. Was zunächst wie ein dreister Überlebenstrick wirkt, zieht Jean immer tiefer in eine gefährliche Realität hinein. Die Lüge wird zur Falle, aber auch zu einer unerwarteten Konfrontation mit Verantwortung. Inmitten von Angst, Verfolgung und Chaos muss Jean lernen, dass Glück nicht darin besteht, sich aus allem herauszumogeln.
„Nur ein kleines bisschen Glück“ bewegt sich auf heiklem Terrain. Eine Komödie, die im besetzten Frankreich von falscher Identität, Krieg und jüdischer Verfolgung erzählt, muss genau wissen, wie weit sie gehen kann. Pascal Elbé setzt offenbar auf die Tradition französischer Tragikomödien, die historische Katastrophen nicht verharmlosen, sondern über absurde Situationen menschliche Schwächen sichtbar machen. Entscheidend ist die Figur Jean: Er ist kein klassischer Held, sondern ein kleiner Betrüger, ein Feigling, ein Mann, der aus Angst und Not heraus eine moralisch fragwürdige Entscheidung trifft. Gerade dadurch kann der Film mehr erzählen als eine simple Verwechslungskomödie. Benoît Poelvoorde bringt für solche Figuren die nötige Mischung aus Komik, Verzweiflung und Verletzlichkeit mit. An seiner Seite sorgen Audrey Lamy und Pascal Elbé selbst dafür, dass der Ton zwischen Leichtigkeit und Ernst nicht kippt. Die Stärke liegt im Spannungsfeld zwischen Überlebenswitz und Bedrohung. Wenn er die Gefahr seines Stoffes ernst nimmt, kann daraus eine zugängliche, aber nicht harmlose Komödie werden: über Angst, opportunistische Lügen und die Möglichkeit, im falschen Spiel plötzlich etwas Richtiges zu tun.
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