Zwei eindringliche dokumentarische Porträts von Männern, die an biografischen Kipppunkten stehen. Beide Filme kreisen um Fragen von Schuld und Verantwortung, um Gewalt als erlernte Strategie des Überlebens – und um den Versuch, sich aus einem selbstzerstörerischen System zu befreien. Es sind Geschichten aus urbanen Grenzräumen, die nicht nur individuelle Schicksale zeigen, sondern strukturelle Mechanismen von Ausgrenzung, toxischer Männlichkeit und sozialer Reproduktion von Gewalt sichtbar machen.

 

Ghettoreiniger – 79Freiburg / Ghetto Cleaner – 79Freiburg 

Deutschland 2025 | Länge: 39 Min.

Regie: Samuel Niccum

 

„Ghetto Cleaner“ erzählt die Geschichte von Dean Kolblin – Straßenrapper, Heroin-Hotspot-Reiniger und Kämpfer für ein besseres Leben. Die Geschichte beginnt mit einem drastischen Wendepunkt: Mitten in der Nacht stürmt die Polizei Deans Wohnung, da sie ihn des Drogenhandels verdächtigt. Doch Dean versucht, seiner kriminellen Vergangenheit zu entfliehen. Der laufende Prozess und die Frage, ob und wie man der Straße überhaupt entkommen kann, bestimmen seinen Alltag und seine Gedanken. Tagsüber verdient Dean seinen Lebensunterhalt auf ungewöhnliche Weise: Er säubert die Heroin-Hotspots der Stadt – darunter auch Spielplätze – von Spritzen und anderem Müll. Seine Arbeit ist gefährlich, stressig und nichts für Zartbesaitete. Doch für ihn bedeutet sie mehr als nur Putzen: Der tägliche Kontakt mit Süchtigen ist ebenso Teil davon wie eine Art soziales Engagement – ​​eine Grenzerfahrung zwischen Abscheu, Mitgefühl und Pflichtgefühl.

 

 

Der Mann der nie weint / The Man Who Never Cries

Deutschland 2025 | Länge: 68 Min.

Regie: Pascal Hoffmann

 

Er wollte jemand sein, vor dem man Angst hat – heute erzählt er uns, warum. „Der Mann, der nie weint“ ist ein zeitloses Porträt über Gewalt, Männlichkeit und die Suche nach einem anderen Weg.