Bevor „Rocky“ Kinogeschichte schrieb, musste Sylvester Stallone um seine Chance kämpfen. Peter Farrelly erzählt die Entstehung des Klassikers als Underdog-Biopic.
Mitte der siebziger Jahre ist Sylvester Stallone ein erfolgloser Schauspieler ohne Geld, ohne Einfluss und ohne nennenswerte Perspektive in Hollywood. Dann schreibt er innerhalb weniger Tage ein Drehbuch über einen Boxer, der eine einmalige Chance bekommt und sie mit aller Kraft nutzt. Für Stallone ist klar: Er will nicht nur Autor sein, sondern selbst Rocky Balboa spielen. Produzenten interessieren sich für das Material, sehen in ihm aber nicht den Star. Stallone muss sich entscheiden, ob er den sicheren Verkauf des Drehbuchs akzeptiert oder alles riskiert, um die Rolle seines Lebens zu bekommen. Aus der Entstehung von „Rocky“ wird so selbst eine klassische Underdog-Geschichte über Mut, Beharrlichkeit und den Glauben an die eigene Bestimmung.
„I Play Rocky“ besitzt einen naheliegenden Reiz: Die Geschichte hinter „Rocky“ folgt genau jenem Muster, das den Film von 1976 zum Mythos machte. Ein Außenseiter bekommt eine Chance, weigert sich aufzugeben und verwandelt Niederlagen in Antrieb. Peter Farrelly, der mit „Green Book“ ein Gespür für zugängliches, emotionales Erzählkino bewiesen hat, inszeniert diesen Stoff als klassisches Biopic über den Moment, in dem aus einem Unbekannten eine Legende wird. Entscheidend ist dabei Anthony Ippolito als junger Stallone. Er muss nicht nur Ähnlichkeit herstellen, sondern den inneren Druck einer Figur zeigen, die scheinbar unvernünftig handelt und gerade dadurch recht behält. Der Film dürfte dort am stärksten sein, wo er den Mythos nicht nur feiert, sondern auch die Sturheit hinter dem späteren Erfolg sichtbar macht. Natürlich ist die Gefahr der Heldenverehrung groß, denn Hollywood liebt Geschichten über Hollywood, die sich selbst bestätigen. Doch die Grundkonstellation bleibt unwiderstehlich: Ein Mann schreibt eine Rolle, die niemand ihm zutraut, und kämpft darum, sich selbst spielen zu dürfen.