Na Hong-jin meldet sich mit einem wuchtigen Mix aus Science-Fiction, Monsterfilm, Horror und schwarzem Humor zurück: In einer Kleinstadt bricht das Unfassbare los.

 

In der südkoreanischen Kleinstadt Hope scheint das Leben seinen gewohnten Gang zu gehen, bis ein unerklärliches Wesen auftaucht und die Ordnung zerstört. Was zunächst wie ein lokaler Zwischenfall wirkt, wächst sich zur existenziellen Bedrohung aus. Polizei, Einwohner und bewaffnete Gruppen versuchen, das fremde Wesen zu jagen und zu begreifen. Doch die Gefahr ist größer, als sie zunächst glauben. Unter den Menschen breiten sich Panik, Misstrauen und Aktionismus aus, während immer deutlicher wird, dass es nicht nur um ein einzelnes Monster geht. Die Jagd wird zur Prüfung einer Gemeinschaft, die zwischen Überlebenswillen, Gewalt und absurden Momenten zerrieben wird.

 

Na Hong-jin hat sich mit „The Chaser“, „The Yellow Sea“ und „The Wailing“ als einer der aufregendsten Genreregisseure Südkoreas etabliert. „Hope“ führt diese Energie in ein noch größeres Format. Der Film mischt Monster-Horror, Science-Fiction, Action und schwarze Komödie und setzt dabei weniger auf saubere Genregrenzen als auf Überwältigung. Gerade das macht den Reiz aus: Die Bedrohung ist nicht nur ein Effektwesen, sondern ein Katalysator für menschliches Verhalten im Ausnahmezustand. Wenn die Ordnung zusammenbricht, zeigen sich Angst, Mut, Opportunismus und grotesker Überlebensdrang. HoYeon Jung, Michael Fassbender und Alicia Vikander verleihen dem Projekt internationales Gewicht, doch entscheidend bleibt Na Hong-jins Fähigkeit, Tempo und Unbehagen zu verbinden. Die Gefahr eines solchen Mammutfilms liegt in der Überfülle; lange Verfolgungen und ständige Eskalation können ermüden. Gleichzeitig besitzt der Stoff großes Kinoformat, weil er das Monströse nicht nur im Fremden sucht, sondern in den Reaktionen der Menschen. „Hope“ verspricht ein wilder, ungebändigter Genretrip zu werden, der sein Publikum nicht schonend an die Hand nimmt.

Poster für den Film Hope
Regie Na Hong-jin Darsteller Hwang Jung-min, Zo In-sung, Jung Ho-yeon