Betty Bossi – die erfundene Köchin, die zur Ikone wurde. Eine Werbeidee entfesselt Kult, Karriere und Chaos – humorvoll, retro und voller Schweizer Charme. Eine wahre Emanzipationsgeschichte mit köstlichem Kinoaroma. 

TV-Kochshows boomen auf allen Kanälen, Fernsehköche haben längst Promi-Status. Ganz ähnlich ging es in der Schweiz zu. Dort erfindet anno 1956 die Werbetexterin Emmi Creola (Sarah Spale) eine kluge Hausfrau namens Betty Bossi. Mit deren Rezepten im Zeitungsformat soll der Umsatz von Speiseöl gesteigert werden. Pech nur, dass bei Emmi die kulinarische Kompetenz auf sehr niedriger Stufe köchelt. Ihr Rösti-Rezept der ersten Ausgabe gerät zum Flop. Zum Glück findet sich alsbald eine clevere Komplizin, die nicht nur für köstliche Kreationen nach italienischer Art sorgt, sondern zudem „gelingsichere Rezepte“ verspricht. Der PR-Coup gelingt, Betty Bossi avanciert zur Köchin und Hausfrau der Nation. Sogar eigene Supermärkte mit ihrem Namen werden eröffnet. Doch bald verlangen die Fans nach der echten Betty. Die Fake-Köchin muss zum Leben erweckt werden. Und so schlüpft Werbetexterin Emmi in die Rolle ihrer erfundenen Kunstfigur. Das Leben als Kultfigur gerät zur Tortur für die dreifache Mutter... Mit dem Drogendrama „Platzspitzbaby“ gelang Regisseur Pierre Monnard vor sechs Jahren ein Kino-Coup, der in seiner Heimat zum erfolgreichsten Film des Jahres avancierte. Sein „Hallo Betty“ sagt gleichfalls Hallo Publikum: 50.000 Zuschauer in den ersten zwei Wochen bescheren einen Platz in den Top Ten. Gemeinsam mit „Heldin“ gehört „Betty“ in diesem Jahr zu den meistgesehenen Filmen der Eidgenossen. 

Das Rezept für einen Crowdpleaser? Beste Zutaten bei Drehbuch und Besetzung! Man nehme eine märchenhafte, aber wahre Geschichte über eine sympathische Frau. Mit Charme und Cleverness setzt sie sich als Hausfrau und Mutter in einer toxischen Männerwelt selbstbewusst durch. Serviert wird die amüsante Emanzipationsgeschichte mit nostalgischem Retro-Charme der 50er Jahre: Das Auge isst schließlich mit! Für die Geling-Garantie sorgt eine leinwandpräsente Sarah Spale, die ihrer Figur die richtige, süßsaure Mischung aus Selbstbewusstsein und Zweifeln, aus Frustration und Euphorie verleiht. Die echte Emmi Creola hätte wohl Geschmack an diesem kinematografischen Kochkunstgenuss gefunden. Quelle: programmkino.de / Dieter Oßwald

Poster für den Film Hallo Betty
Regie Pierre Monnard Darsteller Sarah Spale, Martin Vischer, Vera Flück