Bernard lebt mit einem Schaf im Penthouse, bis die Krankheit seines Vaters sein Leben erschüttert. Surreale Begegnungen und ein riesiger Grashüpfer führen ihn auf eine Reise zu sich selbst. Der Kuss des Grashüpfers spielt in einer magisch-realistischen Welt.
Wir lernen Bernard kennen, einen freiberuflichen Schriftsteller mittleren Alters mit einem Hang zur Ordnung. Er wickelt jedes seiner Bücher liebevoll in Papier ein. Bernard findet auch Trost im Basteln von Vehikeln. Sein ungewöhnlicher Mitbewohner ist ein kuscheliges Schaf, eine Quelle der Wärme und des Trostes, die ihm beim Einschlafen hilft. Trotz einer turbulenten Beziehung, die von häufigen Trennungen geprägt ist, liebt Bernard seine Freundin Agata sehr. Doch die stärkste Bindung hat er zu seinem Vater, Carlos. Die Tragödie nimmt ihren Lauf, als Carlos gewaltsam angegriffen wird und eine schwere Gehirnerschütterung davonträgt. Die medizinischen Tests ergeben die Diagnose: Hirntumor. Carlos steht vor einer schwierigen Entscheidung: Eine Operation bietet eine 50-prozentige Überlebenschance. Ohne sie ist der Tod gewiss. Carlos lehnt die Operation ab und versetzt Bernard in Schock... Regisseur Elmar Imanov reflektiert in dem von ihm auch geschriebenen Film Der Kuss des Grashüpfers sein eigenes Verhältnis zu seinem Vater und die Gefühle von Verlorenheit und Surrealität, die dessen Tod in ihm ausgelöst haben und ihn zwingen, sich selbst und seine Welt neu zu definieren. Imanov wurde 1985 in Baku geboren und wuchs in einer von Krieg, Armut und Kriminalität geprägten Umgebung auf. Sein Vater, ein engagierter Architekt, prägte ihn tief, besonders in seinem Verständnis von Raum und Gestaltung. 1998 zog die Familie nach Deutschland, wo eine friedlichere Zeit begann trotz schulischer Herausforderungen wie Mobbing. Erfolgreich im Filmstudium und international unterwegs, blieb die Beziehung zum Vater innig. 2014 wurde bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert; der Tod des Vaters warf den Regisseur in eine existenzielle Krise. Ein Jahr später verarbeitete er die Trauer in einem Drehbuch. Rückblickend erkannte er, wie sehr ihn diese Erfahrungen verändert haben.