Die Geschichte von Tanja und Jerome, deren entspannte Fernbeziehung ausgerechnet an Tanjas Geburtstag ins Wanken gerät. Zweifel, Sehnsucht und pointierte Dialoge prägen diese leichte, sommerglühende Lovestory mit starkem Cast. 

Der von „Die Zeit“ gefeierte Roman von Leif Randt zeigt ein Paar in einer scheinbar idealen Fernbeziehung zwischen Berlin und Maintal. Früh ziehen Zweifel auf: Tanja und Jerome hadern mit Erwartungen, Erwachsenwerden und ihrem bröckelnden Selbstbild. Missverständnisse, verletzte Gefühle und gescheiterte Überraschungen lassen die Fassade rasch bröckeln. Während Jerome sich in esoterische Selbstsuche flüchtet, beginnt Tanja eine Affäre. Beide testen Grenzen, verlieren sich und finden kurzzeitig wieder zueinander – doch neue Krisen, familiäre Belastungen und alte Versuchungen stellen ihre Zukunft weiter infrage. „Germany’s Next Lovestory“ verspricht das Poster augenzwinkernd. 

Der Titel ist programmatisch: „Allegro“ steht für ein lebhaftes/fröhliches Tempo, „Pastell“ beschreibt zarte, weiche Farbtöne. In Kombination heißt das, eine oberflächlich unbeschwerte, gleichwohl distanzierte Atmosphäre. Jede Lovestory steht und fällt damit, ob die Chemie zwischen den Pärchen stimmt. Bei Sylvaine Faligant und Jannis Niewöhner ist das spürbar der Fall. Vom Mädchenschwarm-Image aus der „Rubinrot“-Trilogie hat sich der 33-Jährige längst freigespielt mit ambitionierten Rollen in „Jugend ohne Gott“, „Narziss und Goldmund“ oder dem NS-Drama „Stella“. Wie zuletzt im Publikumserfolg „22 Bahnen“ zeigt er freilich auch hier freizügig seinen Sixpack, was Regisseurin Anna Roller für allerlei sinnliche Szenen zu nutzen weiß. Seine „22 Bahnen“-Partnerin, die aktuell sehr angesagte Luna Wedler, spielt als suchtkranke Schwester von Tanja diesmal leider nur eine Nebenrolle. Das macht sie gut, aber mehr Leinwandzeit hätte man der Venedig-Gewinnerin für „Silent Friend“ allemal gewünscht. In Sachen Dialoge kann das Beziehungsdrama der hyperreflektierten Millennials souverän punkten. Da zahlt sich aus, dass der Romanautor das Drehbuch selbst verfasst hat. Visuell kann sich das Zweitlingswerk durchaus sehen lassen. Quelle: programmkino.de / Dieter Oßwald

Poster für den Film Allegro Pastell
Regie Anna Roller Darsteller Jannis Niewöhner, Martina Gedeck, Luna Wedler