1960 rudert ein deutsches Außenseiterteam bei Olympia um Geschichte. Hannu Salonens Sportdrama erzählt von Disziplin, Zweifel und dem Traum des Ratzeburger Achters.

 

Deutschland, Ende der 1950er Jahre. Der Rudertrainer Karl Adam glaubt an eine Methode, die viele zunächst belächeln. Aus jungen Männern aus der Provinz formt er ein Team, das nicht auf Herkunft, Ruhm oder perfekte Voraussetzungen bauen kann, sondern auf Training, Zusammenhalt und den unbedingten Willen, sich zu beweisen. Im Zentrum stehen Ruderer wie Hans Lenk und Manfred Rulffs, die mit eigenen Konflikten, Erwartungen und Zweifeln kämpfen. Schritt für Schritt wächst aus Einzelnen ein Boot, aus einem Boot eine Idee und aus einer Idee ein olympischer Traum. 1960 bei den Spielen in Rom bekommt der Außenseiter die Chance, gegen übermächtige Konkurrenz Geschichte zu schreiben.

 

„Adams Acht“ setzt auf die bewährte Kraft des Sportfilms: Training, Rückschläge, Teamgeist und der Augenblick, in dem sich jahrelange Vorbereitung in wenigen Minuten entscheiden muss. Hannu Salonen erzählt diese Geschichte nach wahren Begebenheiten und kann sich dabei auf ein starkes Grundmotiv verlassen. Rudern ist ein besonders filmisches Bild für Gemeinschaft, weil jeder Fehler sofort den Rhythmus des Ganzen stört. Der Film dürfte genau daraus seine Spannung beziehen: Nicht der stärkste Einzelne gewinnt, sondern das Boot, das im gleichen Takt arbeitet. Oliver Masucci verleiht dem legendären Trainer Karl Adam Autorität und Eigensinn, während Felix Kammerer und Leonard Kunz die jüngere Generation verkörpern, die zwischen Leistungsdruck und Aufbruch steht. Interessant ist auch der historische Moment: 1960 sucht die Bundesrepublik nach neuen Erfolgserzählungen, doch der Film muss vermeiden, sportlichen Triumph zu bloßer nationaler Selbstbestätigung zu machen. Seine stärksten Möglichkeiten liegen in der Konzentration auf Körper, Disziplin und Zweifel. Wenn „Adams Acht“ seine Underdog-Geschichte mit Genauigkeit erzählt, kann daraus mitreißendes Erzählkino werden – ein Film über den Moment, in dem aus acht Menschen tatsächlich ein Team wird.

Poster für den Film Adams Acht
Regie Hannu Salonen Darsteller Oliver Masucci, Felix Kammerer, Leonard Kunz
Seniorenkino, 6€ inklusive einem Glas Sekt
Adams Acht
Mi | 23. Sep | 14:30 uhr

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