Sydney Sweeney als Box-Pionierin Christy Martin: David Michôds kraftvolles Sportlerinnenporträt erzählt von Ruhm, Gewalt und dem Kampf um Selbstbestimmung.
Christy Martin wächst in einfachen Verhältnissen auf und findet im Boxring einen Ort, an dem sie stärker sein darf, als es die Welt von ihr erwartet. In den 1990er Jahren steigt sie zur ersten großen Ikone des Frauenboxens auf. Ihre Kämpfe füllen Hallen, ihr Gesicht steht plötzlich für eine Sportart, die lange als reine Männerdomäne galt. Doch hinter dem Erfolg verbirgt sich ein anderes Drama. Christy muss sich nicht nur gegen Gegnerinnen, Funktionäre und Vorurteile behaupten, sondern auch gegen private Gewalt, Kontrolle und Abhängigkeit. Was nach klassischem Aufstieg klingt, wird zur Geschichte einer Frau, die den härtesten Kampf nicht im Ring austrägt, sondern um ihr eigenes Leben.
„That’s Why The Lady Is A Champ“ verbindet die vertraute Dramaturgie des Sportfilms mit einem deutlich härteren Blick auf Machtverhältnisse. David Michôd interessiert sich nicht allein für Training, Kämpfe und Triumph, sondern für den Preis, den Sichtbarkeit haben kann. Christy Martin wird als Ausnahmeathletin gezeigt, aber nicht zur makellosen Heldin geglättet. Gerade der Gegensatz zwischen öffentlicher Stärke und privater Gefährdung verleiht dem Film emotionale Wucht. Sydney Sweeney trägt diese Ambivalenz mit großer Körperlichkeit: Im Ring wirkt Christy entschlossen und explosiv, außerhalb davon oft gefangen in Erwartungen, Verträgen und Beziehungen. Der Film zeigt Frauenboxen als Kampf um Anerkennung, aber auch als Schauplatz von Ausbeutung.