Christopher Nolans immersive Vision von Homers Odyssee.
Christopher Nolans „Die Odyssee“ erzählt die Heimkehr des Odysseus als existenzielle Reise durch Krieg, Verlust und Identität. Nach dem Fall Trojas irrt der Held über Meere und Inseln, begegnet Gefahren, Versuchungen und der eigenen Erschöpfung. Penelope kämpft derweil in Ithaka um Stabilität, während Odysseus zunehmend zweifelt, ob er nach Jahren des Überlebens überhaupt noch heimkehren kann. Nolan fokussiert weniger die mythologischen Episoden als die innere Zerrissenheit eines Mannes, der sich selbst verloren hat.
Der eigentliche Paukenschlag liegt jedoch in der Form: „Die Odyssee“ wurde komplett in IMAX gedreht, ein bis heute beispielloser Schritt. Die Weite des Meeres, die Enge der Schiffe, die Körperlichkeit des Überlebens – all das entfaltet sich mit einer Bildschärfe und räumlichen Tiefe, die nur IMAX‑Kameras ermöglichen. Wie schon bei „Dunkirk“, „Interstellar“ und „Oppenheimer“ setzt Nolan auf analoge 70mm‑Projektion, die den Film auf unserer gekrümmten Cinerama-Bildwand als physisches, fast skulpturales Erlebnis zeigt.