NEU in der Schauburg
MARIE CURIE



Lebendiges, sensibel inszeniertes Biopic sowie längst überfällige Würdigung der zweifachen Nobelpreisträgerin Marie Curie. Vor allem die polnische Schauspielerin Carolina Gruszka begeistert als feminine, unermüdliche Forscherin.

Marie Curie fasziniert durch ihren Geist und ihren Mut, dank denen sie die intellektuellen und gesellschaftlichen Beschränkungen ihrer Zeit sprengt. Ihre erste Auszeichnung, den Physik-Nobelpreis, erhält sie gemeinsam mit ihrem Mann Pierre im Jahre 1903. Sie ist bis heute die einzige Person, die auf zwei wissenschaftlichen Gebieten mit dieser Ehrung bedacht wird. Die turbulenten Jahre zwischen den beiden Nobelpreis-Verleihungen stehen im Mittelpunkt des authentischen, intimen Portraits. Mit gerade Mitte Dreißig erlebt die junge Mutter zweier Töchter jäh einen schweren Schicksalsschlag: Sie verliert Pierre durch einen tragischen Unfall. Nach dem Tod ihres Mannes darf sie zwar dessen Vorlesung übernehmen, bekommt jedoch keine Stelle als Professorin. Als sie sich nach Jahren der Trauer in den verheirateten Physiker Paul Langevin (Arieh Worthalter) verliebt und auf eine Affäre mit ihm einlässt, löst sie einen heftigen Skandal aus. Denn just in dem Moment, als bekannt wird, dass sie ihren zweiten Nobelpreis - nun für Chemie - erhält, veröffentlicht die Pariser Presse den Briefwechsel von Marie und Paul...

Karolina Gruszkas Darstellung einer unbeugsamen, kraftvollen und doch verletzlichen Marie Curie, einer Frau, die ihrer Zeit lange voraus war, begeistert. Denn die in Deutschland bislang noch unbekannte Hauptdarstellerin besitzt die richtige Mischung aus zielstrebiger Strenge, bestechender Intelligenz und zarter Wärme. Aber auch Regisseurin Marie Noëlle war von der legendären Forscherin angetan. Nie geht das Feingefühl verloren, mit der die versierte Französin ihr intimes Portrait mit fließenden Schnitten und wunderbaren Überblendungen von Anfang an elegant und gleichzeitig sinnlich inszeniert. Souverän präsentiert sie ihre Titelfigur als moderne Heldin. Gleichzeitig zeigt sie die Ikone der Wissenschaft von einer bislang unbekannten, privaten Seite. Bewegend zeichnet sie das emotionale und überraschende Bild einer leidenschaftlichen und starken Frau, die ihren Weg gegen alle Widerstände geht, und die sich ihr Glück immer wieder von Neuem erkämpft. Kameramann Michal Englert liefert dazu wunderbar, flirrende Bilder mit Spiegelungen und Lichtbrechungen von verdichteter Brillanz.


MARIE CURIE
Land/Jahr:
Polen, Deutschland 2016
Regie: Marie Noëlle-Sehr
Darsteller: Karolina Gruszka, Arieh Worthalter, Charles Berling
96 Minuten
ab 6 Jahren

 

NEU in der Schauburg
EIN LIED FÜR NOUR




Gegen alle Widrigkeiten versucht ein Palästinenser an einer arabischen Casting-Show teilzunehmen. Auf einer wahren Begebenheit beruhendes Feelgood-Movie über Mut, Zusammenhalt und Freundschaft.

Mohammed ist bereits von Kindheit an leidenschaftlicher Musiker und mit einer außergewöhnlichen Stimme gesegnet. Gemeinsam mit seiner Schwester Nour stand er schon in jungen Jahren bei Familienfeiern auf der Bühne. Während seiner Arbeit als Taxifahrer erfährt er, dass ein Vorsingen für die nächste Staffel der Castingshow „Arab Idol“ in Kairo stattfindet. Gegen alle Widrigkeiten versucht er, an dem Casting teilzunehmen und damit nicht nur sein eigenes Leben maßgeblich zu verändern …

„Ein Lied für Nour“ ist die neue Regiearbeit des zweifach Oscar®-nominierten Regisseurs Hany Abu-Assad, der sich mit seinen Filmen „Paradise Now“ (2005) und „Omar“ (2013) international einen Namen gemacht hat. Mit seinem neuesten Film inszeniert Hany Abu-Assad ein humorvoll-bewegendes Feelgood-Movie, das auf wahren Begebenheiten basiert. Inspiriert wurde der Filmemacher durch die außergewöhnliche Geschichte von Mohammed Assaf, der im Gazastreifen aufwuchs und sich gegen alle gesellschaftlichen wie politischen Widrigkeiten seinen großen Traum erfüllte. Mit Talent und Willensstärke bahnte er sich als Palästinenser seinen Weg zur arabischen Castingshow „Arab Idol“ – und gewann den Wettbewerb. In der Hauptrolle zu sehen ist der palästinensische Darsteller Tawfeek Barhom, der zuletzt in dem israelischen Drama „Farewell Baghdad“ (2013) und unter der Regie von Eran Riklis in „Mein Herz tanzt“ (2014) zu sehen war. „Ein Lied für Nour“ ist eine berührende Geschichte über Mut, Zusammenhalt und Freundschaft. Ein Film, der zeigt, dass es sich lohnt an die eigenen Träume zu glauben.


EIN LIED FÜR NOUR
Land/Jahr: Großbritannien, Palästina 2015
Regie: Hany Abu-Assad
Darsteller: Qais Atallah, Hiba Atallah, Ahmad Qassim
94 Minuten
ohne Altersbeschränkung