TRAUMFABRIK: AUFTRAGSKILLER
in der Schauburg
LUC BESSON: LEON, DER PROFI

Director's Cut in Originalfassung mit deutschen Untertiteln
am Sonntag
26. Juni um 15 Uhr


Ein junges Mädchen in New York (Natalie Portman), Opfer korrupter Drogenfahnder, findet Unterschlupf bei einem einsamen französischen Profikiller (Jean Reno) mit Berufsethos („keine Kinder, keine Frauen“). Das ungleiche Paar tut sich zusammen, kommt aber bald wieder in Konflikt mit dem Drogenkartell. - Romantischer Action-Kultfilm, mit dem Luc Besson und Jean Reno ihren internationalen Durchbruch hatten.

Die Schauburg zeigt in ihrer Filmreihe „Traumfabrik“ am Sonntag 26. Juni um 15 Uhr „Léon, der Profi“ als Director’s Cut in Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Vor dem Film gibt es eine Einführung von Wolfgang Petroll.


LUC BESSON: LEON, DER PROFI
Land/Jahr: Frankreich/USA 1994
Regie: Luc Besson
Darsteller: Jean Reno, Nathalie Portmann, Gary Oldman
110 Min



 


                


NEU in der Schauburg
CAFÉ BELGICA



Drama um Drugs and Rock'n'Roll in einer Bar in Ghent, die zwei Brüder wiedervereint und entzweit. Der neue Film von „Broken Circle“-Regisseur Felix van Groeningen.

 
„Café Belgica“ ist die Geschichte der beiden Brüder Jo und Frank. Sie sind so verschieden wie Brüder es nur sein können. Jo, ein Mittzwanziger, ist eher schmächtig und kann nur auf einem Auge sehen. Einst hatte er künstlerische Ambitionen, doch die Liebe zur Musik brachte ihn schließlich dazu, eine heruntergekommene Kneipe, das Café Belgica, zu übernehmen. Frank ist ein paar Jahre älter und in jeder Beziehung der große Bruder von Jo. Er ist rastlos, hat ständig ein neues Projekt am laufen und bringt sich immer hundertprozentig ein. Bald wird er zum zweiten Mal Vater, er betreibt einen Gebrauchtwagenhandel, und er will sein eigenes Haus bauen. Doch Frank ist mit den geordneten Bahnen seines vorgezeichneten Daseins unzufrieden. Über die Jahre haben die Brüder sich aus den Augen verloren. Als Frank Jo in seiner Bar besucht, kommen sich die beiden Brüder wieder näher. Schnell ist ausgemacht, dass Frank im Café Belgica aushilft. Jo ist dankbar für diese Unterstützung, denn die Arbeit in der Bar ist anstrengend. Frank wiederum kommt in den hochtourigen Rock ‘n’ Roll-Nächten erst richtig in Fahrt. In wenigen Wochen machen die beiden das Café Belgica zum kultverdächtigen Treffpunkt für das Partyvolk. In ihrer grundverschiedenen Art ergänzen sie sich zu einem perfekten Team, und eine Zeitlang ist ihr Leben eine Dauerparty. Doch der permanente nächtliche Rausch erweist sich als ein süchtig machender Trip, bei dem besonders Frank allmählich die Bodenhaftung verliert. Als die Realität sie einholt, drohen sich die beiden Brüder erneut zu verlieren.

„Café Belgica“ ist der fünfte Film von Felix van Groeningen, der zuletzt mit „The Broken Circle“ zahlreiche internationale Preise gewann und das Publikum weltweit zu Tränen rührte. Mit hypnotischen Bildern und einem treibenden Soundtrack erzählt der Film die Geschichte zweier Brüder, die sich im Rausch des Nachtlebens erst wiederfinden und dann zu verlieren drohen. Ein Film, wie eine durchzechte Nacht, Kater inklusive. „Café Belgica“ feierte seine Premiere im Wettbewerb des Undanke Filmfestivals 2016.

CAFÉ BELGICA
Land/Jahr: Belgien, Frankreich 2015
Regie: Felix van Groeningen
Darsteller: Stef Aerts, Tom Vermeir, Hélène De Vos
127 Minuten
ab 12 Jahren



 


NEU in der Schauburg
KILL BILLY



Ein ehrenwerter Möbelhändler vor dem Aus plant die Entführung des berühmten IKEA-Gründers Ingvar Kamprad. Grollst du noch oder rächst du schon? Mit zartem, bisweilen bösem Humor erzählte zauberhafte Dramödie.

40 Jahre lang hat Harold Lunde sein gut sortiertes, kleines Einrichtungsgeschäft erfolgreich betrieben. Nun steht er, der neuen Billigkonkurrenz von gegenüber sei Dank, plötzlich vor dem Ruin. Auto weg, Wohnung futsch. Harold steht vor den Trümmern seines Lebens. Verzweifelt plant der traurige Held einen Abgang mit Knalleffekt – doch die Sprinkleranlagen in seinem Möbelladen lassen den spektakulären Suizid-Plan schnöde scheitern. Fortan hegt Harold ganz neue Pläne: Er will den Verursacher seiner Misere stellen. Mit einer Pistole ausgerüstet macht er sich im klapprigen Saab auf nach Schweden, um den IKEA-Gründer Ingvar Kamprad zu entführen. Unterstützt wird er bei seinem Vorhaben von der 16-jährigen Anhalterin Ebba, die spontan in das kühne Kidnapping-Unternehmen einsteigt. Die junge Wilde erweist sich als das perfekte Gegenstück für den alten Nörgler. Als der IKEA-Boss höchstpersönlich dem ungleichen Duo durch einen unglaublichen Zufall tatsächlich ins Netz geht, werden die gruppendynamischen Karten freilich neu gemischt...

Mit bewährter skandinavischer Gelassenheit sowie dem besonderen nordischen Charme entwickelt sich diese norwegische Don Quichotte-Geschichte als lakonische Stehaufmännchen-Komödie. Das Duell zwischen verzweifeltem Kleinhändler und verwegenem Konzernchef sorgt für köstliche Momente. Zum einen stoßen dabei Welten aufeinander, zum anderen haben diese beiden Käuze bei allen Unterschieden durchaus Schnittmengen. Als Generation der Schaffer hatten beide nie Zeit für Hobbys in ihrem Leben, was die junge Edda sehr erstaunt. Auch beim Grad von Sturheit gibt es Ähnlichkeiten. Gleichsam nebenbei werden Generationskonflikte und der skandinavische Alkoholmissbrauch dekliniert: Da entpuppt sich Harolds Sohn als ewiger Trunkenbold, dem selbst der Tod der eigenen Mutter entgeht. Derweil die junge Edda auf ihr Teenager-Leben verzichten muss, weil die Mama chronisch auf Sauftouren geht. So unaufgeregt die Erzählweise der lakonischen Komödie ausfällt, so entspannt agieren die Darsteller. Wohl nur im liberalen Skandinavien ist es möglich, dass ein realer Unternehmer samt seinem Möbelkonzern zum Objekt einer Kidnapping-Komödie gemacht wird, ohne dass es einstweilige Verfügungen wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten hagelt. Selbst Betriebsgeheimnisse sind nicht tabu: Endlich erfährt man, warum die Bleistifte bei IKEA so klein sind.


KILL BILLY
Land/Jahr:
Norwegen, Schweden 2014
Regie: Gunnar Vikene
Darsteller: Bjørn Sundquist, Fanny Ketter, Björn Granath
88 Minuten
ab 6 Jahren



 

NEU in der Schauburg
DIE FRAU MIT DER KAMERA - ABISAG TÜLLMANN



Fast 20 Jahre nach dem Tod der Fotografin Abisag Tüllmann hat ihre langjährige Freundin Claudia von Alemann einen Film über Leben und Werk einer der wichtigsten Chronisten der alten Bundesrepublik gedreht. Die Dokumentation überzeugt vor allem als Einblick in das Werk einer Fotografin mit besonderem Blick auf die Gegenwart.

Eine langjährige Freundschaft verband die Regisseurin Claudia von Alemann, die vor allem für ihren Spielfilm "Die Reise nach Lyon" von 1981 bekannt ist, und die Fotografin Abisag Tüllmann, die seit den späten 50er Jahren bis zu ihrem Tod 1996 auf vielfältige Weise die Welt der alten Bundesrepublik in Bilder fasste. Dass nun, fast 20 Jahre nach dem Tod Tüllmanns ihre alte Freundin einen Dokumentarfilm über die Fotografin vorlegt verspricht eine besonders persönliche, intime Annäherung, eine Erwartung, die aber kaum erfüllt wird. "Die Frau mit der Kamera" ist über weite Strecken ein traditioneller biographischer Dokumentarfilm, der anhand von Interviews mit Zeitzeugen, Archivmaterial und vor allem zahlreichen der vielfältigen Fotos Abisag Tüllmanns, Leben und Werk der Künstlerin penibel nachzeichnet.

In Momenten wird "Die Frau mit der Kamera" zu einem Porträt einer Zeit der Umbrüche, die für die Gesellschaft als Ganzes, aber auch für den deutschen Film von großer Bedeutung war. Sowohl Tüllmann als auch von Allemann berührten die deutsche Filmgeschichte zwar nur am Rand, aber bisweilen an entscheidenden Momenten: Beim Kurzfilmfestival in Oberhausen fotografierte Tüllmann etwa, auch im Jahr 1962, als das Oberhausener Manifest beschlossen wurde, dass den Weg des deutschen Kinos nachhaltig veränderte. Jahre später sollte Tüllmann in einem wichtigen Film selbst eine kleine Rolle spielen: In Helke Sanders "Die allseitig reduzierte Persönlichkeit - Redupers" spielt sie quasi sich selbst, eine Fotografin, die sich mit der ebenfalls fotografierenden Hauptfigur in der Dunkelkammer über ihre Arbeit unterhält. Viel wichtiger als sporadische Arbeiten als Setfotografin waren aber Tüllmanns Reportagen über Deutschland. Besonders in ihrer Wahlheimat Frankfurt am Main war sie aktiv, fotografierte die Anfänge der Studentenbewegung (manches berühmte Foto mit dem noch radikalen Joschka Fischer aus der damaligen Zeit stammt von ihr), die Größen der Gesellschaft, aber nicht zuletzt auch die andere Seite des Wirtschaftswunders: Die Obdachlosen, die Armut der Großstadt. Dieses Interesse, auch die andere Seite zu sehen mag Tüllmann auch immer wieder nach Algerien, später auch nach Südafrika und das damals noch kurz vor der Unabhängigkeit stehende Rhodesien (dem heutigen Simbabwe) geführt haben, wo Reportagen über Unterdrückung und die Folgen der Kolonialherrschaft entstanden.


DIE FRAU MIT DER KAMERA - ABISAG TÜLLMANN
Land/Jahr: Deutschland 2014
Dokumentarfilm

Regie: Claudia von Alemann
92 Minuten

 


 

Großes Frühstückskino in der Schauburg
macht Sommerpause

Das große Kinofrühstück am Sonntag in der Schauburg macht Sommerpause bis Mitte September 2016.