KLASSIK LIVE in der Schauburg
METROPOLITAN OPERA SAISON 2016/2017



Vor neun Jahren, am Samstag, 24. März 2007 gab es in nur fünf Städten Deutschlands die erste Satellitenübertragung live aus der Metropolitan Opera in New York in ein "Lichtspieltheater". Das attraktive Programm damals: Rossinis "Barbier von Sevilla" – und die Karlsruher Opernfreunde waren von Anfang an in der Schauburg mit dabei. Dieses Experiment ist nun fester Bestandteil des Schauburg Programmes und ein Treff für Freunde hochkarätiger Opernkunst.

Die Saison 2016-2017 eröffnet am 8. Oktober mit Mariusz Trelinskis Neuproduktion von Wagners TRISTAN UND ISOLDE unter der Leitung von Sir Simon Rattle und mit Nina Stemme in ihrer Paraderolle als Isolde. Neben Mozarts Meisterwerken IDOMENEO in einer Jean-Pierre Ponnelle Inszenierung und DON GIOVANNI mit Simon Keenlyside als verhängnisvollem Verführer sowie Rolando Villazon als Don Ottavio stehen auch Verdis NABUCCO (mit Plácido Domingo in der Titelrolle) und LA TRAVIATA in der gefeierten Produktion von Willy Decker auf dem Spielplan.


Weitere Neuinszenierungen sind Gounods ROMÉO ET JULIETTE mit Diana Damrau und Vittorio Grigolo als tragischem Liebespaar, Dvoráks RUSALKA mit Kristine Opolais in der Rolle, mit der sie den internationalen Durchbruch schaffte, und Strauss‘ DER ROSENKAVALIER mit keinen geringeren als Renée Fleming und Elina Garanca.


Abgerundet wird das Programm durch eine der erfolgreichsten zeitgenössischen Opern, die 2000 bei den Salzburger Festspielen Premiere feierte: L’AMOUR DE LOIN der Komponistin Kaija Saariaho.


Natürlich darf auch in der kommenden Saison Anna Netrebko nicht fehlen: In Tschaikowskys EUGEN ONEGIN wird sie an der Seite von Dmitri Hvorostovsky einen ihrer großen Triumphe der vergangenen Jahre wiederholen.


Der Vorverkauf für diese Opern-Highlights der Saison 2016-2017 beginnt am Samstag 30. April um 09.00 Uhr. Erhältlich sind die Karten an der Schauburg Kasse, bei den bekannten Karlsruher Vorverkaufsstellen oder im Internet online unter
www.opernkino.de.


 


NEU in der Schauburg
EIN HOLOGRAMM FÜR DEN KÖNIG
auch in englischer Originaslfassung mit deutschen Untertiteln



Ein Geschäftsmann in der Midlife-Crisis strandet in der unwirklichen Welt Saudi-Arabiens. Spannend, emotional und humorvoll entführt der Film in die Welt einer fremden Kultur und eröffnet damit völlig neue Perspektiven auf das eigene Leben.

Alan Clay (Tom Hanks), Alter 54, Opfer der Bankenkrise, hat eine letzte Chance. Er soll innovative Hologramm-Kommunikationstechnologie an den Mann, besser gesagt den König bringen: König Abdullah von Saudi-Arabien lässt in der arabischen Wüste eine strahlende Wirtschaftsmetropole errichten. Doch der König kommt nicht. Nicht am ersten Tag, nicht am zweiten – und auch nicht in den Tagen danach. In diesen Tagen der Unverbindlichkeit und des Wartens wird der junge Fahrer Yousef (Alexander Black) Alans Gefährte. Durch ihn erlebt er die Widersprüchlichkeiten eines Landes zwischen Aufbruch und Stillstand, zwischen Tradition und Moderne. Und er lernt die schöne Ärztin Zahra (Sarita Choudhury) kennen. Anhand dieser Begegnungen und der neuen kulturellen Eindrücke entwickelt sich Alan Clay vom zielstrebigen und erfolgsgetriebenen Salesman zu einer Person, die sich selbst Perspektiven sucht und für sich einen neuen Platz im Leben findet. So gerät für Alan immer mehr zur Nebensache, ob der König nun kommt oder nicht.

Nach „Cloud Atlas“ ist dies bereits der zweite Film, den Tom Tykwer mit Tom Hanks in der Hauptrolle besetzt. In der Rolle des Alan Clay erinnert er ein wenig an seinen Kollegen Bill Murray in „lost in Translation“. Wie er so spielt auch Hanks einen Mann im mittleren Alter, der in einem fremden Land nicht nur mit den ihm unbekannten Sitten und Gebräuchen, sondern auch mit seiner Lebenskrise konfrontiert wird. Die manifestiert sich in der dicken Geschwulst, die sich auf Clays Rücken breitmacht. Wie immer bei Tykwer sorgt auch dieses Mal Kameramann Frank Griebe für kinogerechte Bilder im Breitformat, die sich vor dem Zuschauer als eine Art Märchen aus 1001 Nacht entfalten. Man mag dem Film ankreiden, dass er zweigeteilt sei, doch kann man sich der Faszination, die von ihm ausgeht, nur schwer entziehen. „Ein Hologramm für den König“ unterhält bestens.


EIN HOLOGRAMM FÜR DEN KÖNIG
Land/Jahr: USA, Deutschland 2016
Regie: Tom Tykwer
Darsteller: Tom Hanks, Alexander Black, Sarita Choudhury
98 Minuten
ab 6 Jahren


NEU in der Schauburg
ICH BIN TOT, MACHT WAS DRAUS!



Kurz vor ihrer Amerika-Tournee verliert eine Band auf tragische Weise ihren Leadsänger und nehmen kurzerhand seine Urne mit auf Tour. Schrilles, schräges Roadmovie mit viel rustikalem Humor um Freundschaft und Musik. So können das nur Belgier.

Die erste USA-Tournee der nur mäßig erfolgreichen Rockband „Grand Ours“ (Großer Bär) steht vor der Tür, da verliert Leadsänger Jipé zuerst seine Stimme und dann sein Leben. Zum Trauern bleibt seinen Kumpels keine Zeit – schließlich heißt es: „The show must go on!“, und die Flüge in die Staaten sind schon gebucht. Als erstes jagen sie Jipés Bruder, einem erfolgreichen Schnulzensänger, die Urne mit der Asche ihres Freundes ab, dann entdecken sie überrascht, dass Jipé schwul war, weil sie in seiner Wohnung seinen Lebensgefährten Danny treffen. Danny kommt natürlich mit nach Amerika. Eine unplanmäßige Landung bringt die Truppe schließlich statt nach L.A. in den Norden Kanadas und macht aus der geplanten Tournee vollends eine Reise ins Ungewisse.


Der schwungvolle Beginn zeigt das letzte gemeinsame Konzert der zotteligen Altrocker mit ihrem Leadsänger Jipé, der trotz eines defekten Mikros weitersingt und sich damit die Stimme ruiniert. Dann folgen einige Szenen, die in ihrer konsequenten Logik beinahe berauschend komisch sind und deshalb hier keineswegs auch nur angedeutet werden sollen. Der beinahe anarchistische Aberwitz bleibt noch eine ganze Weile erhalten, bis er schließlich, nach der Landung in den USA, einer deutlich gelasseneren, beinahe braven Erzählstruktur weicht. Die Bandmitglieder erinnern mit ihren Rauschebärten und strähnigen Haaren an ZZTop, und wäre da nicht Danny, Jipés durchaus ansehnlicher Lebensgefährte, könnte man meinen, dies wäre eigentlich nur ein alberner, anspruchsloser Jungsfilm mit schlecht gestylten Helden, gegen die sich jeder heruntergekommene Endvierziger wie Brad Pitt fühlen kann. Doch dem ist nicht so: Das Niveau bleibt zwar zu 90 % auf Pennälerwitzhöhe, aber es sind immerhin sehr gut ausgedachte Pennälerwitze. Und letztlich geht es sogar um ein ernsthaftes Thema: um Freundschaft und Beziehungen zwischen Männern, wo vieles oft unausgesprochen bleibt. Die trauen sich was, die Belgier!


ICH BIN TOT, MACHT WAS DRAUS!
Land/Jahr: Belgien/Frankreich 2014/2015
Regie und Drehbuch: Guillaume & Stéphane Malandrin
Darsteller: Bouli Lanners, Wim Willaert, Lyès Salem, Serge Riaboukine
96 Minuten
ab 6 Jahren

 


 

Großes Frühstückskino in der Schauburg
macht Sommerpause

Das große Kinofrühstück am Sonntag in der Schauburg macht Sommerpause bis Mitte September 2016.