TRAUMFABRIK-
China im Kino
in der Schauburg
2046

am Sonntag,16. Dezember um 15 Uhr

 


Am Sonntag 16. Dezember um 15 Uhr präsentiert die nunmehr 16. Ausgabe der „Traumfabrik“ Filmreihe in der Schauburg mit dem Obertitel „China im Kino“ Wong Kar Wais mehrfach preisgekrönten Film „2046“ aus dem Jahre 2004.

Ein Schriftsteller in einem Hotelzimmer in Hongkong: Während er an einem Science-Fiction-Roman schreibt, tauchen Erinnerungen an die Frauen auf, die für sein Leben wichtig waren. Vier Story-Linien kreuzen sich zu futuristischer Kameraführung in einem Strudel aus imaginären Zeitreisen (Die Zahl 2046 spielt auf das Jahr an, in dem das Selbstverwaltungsstatut von Hongkong in der VR China endet).

Vor dem Film gibt es eine Einführung von Wolfgang Petroll und im Anschluss an die Vorführung Gelegenheit zu einem Filmgespräch.

2046

Land/Jahr: Hongkong Frankreich u.a. 2004
Regie: Wong Kar Wai
Darsteller: Tony Leung Chiu-wai, Gong Li, Takuya Kimura
129 Minuten
ab 12 Jahren
35mm Projektion


 





                


NEU in der Schauburg
GEGEN DEN STROM
auch in isländischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 


Eine Umweltaktivistin auf dem Kriegspfad. Großes, originelles Arthousekino mit wunderbaren Bildern der isländische Natur und einer brillanten Hauptdarstellerin.

Nach außen ist Halla eine patente, liebenswürdige Frau in den besten Endvierziger-Jahren, die allein lebt und als Chorleiterin arbeitet. Doch der Eindruck täuscht, denn Halla führt ein geheimes Doppelleben. In ihrer Freizeit ist sie eine Umweltaktivistin, die einsam, mutig und zielstrebig die isländischen Berge durchstreift, um Stromleitungen zu zerstören. Der Grund: Sie will die Natur retten, indem sie gemeinsame Machenschaften von Politik und Wirtschaft bekämpft und dafür sorgt, dass der Verkauf der isländischen Aluminiumindustrie nach China gestoppt wird. Auch wenn sie sich vieler Sympathien in der Bevölkerung sicher sein darf – die Obrigkeit betrachtet sie als Bedrohung. Als Halla erfährt, dass sie nach vielen Jahren der Wartezeit tatsächlich ein Kind aus der Ukraine adoptieren darf, verstärkt sie ihre Aktivitäten.

Spannung und Action, herrliche Bilder aus der ursprünglichen isländischen Bergwelt, eine Erzählweise, die bei allem Tempo und Schwung gelassen bleibt. Dazu eine wunderbare Hauptdarstellerin, Halldóra Geirharðsdóttir, die sehr sportiv mit Pfeil und Bogen als weiblicher Robin Hood die Wildnis durchstreift, eine arktische Schwester der Göttin Artemis - das ist Abenteuer pur und wirklich sehr, sehr gut gemacht. Halldóra Geirharðsdóttirs darstellerisches Repertoire ist beachtlich, sie überzeugt als rechtschaffene, liebenswürdige Chormusikerin, flotte Dame und Naturkind zugleich, als zu allem entschlossene Guerillakämpferin und Beschützerin der Natur. Ein besonders auffälliges Stilmittel ist der Musikeinsatz, denn Halla wird im wörtlichen Sinn von Musik begleitet. Ein Trio mit Schlagzeug, Tuba und Akkordeon ist stets in ihrer Nähe. Als quasi griechischer Chor zitiert er – wie das Artemis-Motiv – antike Muster, drei singende Frauen in ukrainischer Tracht gesellen sich später dazu. Das Timing ist dabei absolut perfekt. Dies zeugt dann unbedingt nicht nur vom handwerklichen Können, sondern auch vom Witz des Filmemachers, der, wie in „Von Menschen und Pferden“, mit Zitaten und Andeutungen spielt.


GEGEN DEN STROM

Land/Jahr: Island 2018
Regie: Benedikt Erlingsson
Darsteller: Halldóra Geirhardsdottir, Johann Sigurdarson, Davíð Þór Jónsson
101 Minuten
ab 6 Jahren


 


NEU in der Schauburg
DIE ERSCHEINUNG

auch in französischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln


Ein rationaler Journalist wird mit einer möglichen Marien-Erscheinung konfrontiert. Das ist der spannende Ansatz von Xavier Giannolis Film, der vielfältige Fragen anreißt.

Gerade ist der Journalist Jacques Mayano (Vincent Lindon) aus einem Krisengebiet zurückgekehrt, wo ein Kollege einem Terroranschlag zum Opfer gefallen ist, da bekommt er einen Anruf aus dem Vatikan. Warum er unbedingt nach Rom kommen soll, kann man ihm nicht sagen, doch die Neugier des Reporters siegt. In den heiligen Hallen erfährt Jacques schließlich warum man ihn braucht: Im Süden Frankreichs soll es eine Marien-Erscheinung gegeben haben, seitdem ist ein kleines Dorf zur Pilgerstätte geworden. Eine offizielle Untersuchungskommission des Vatikans, in der vor allem Vertreter der Kirche sitzen, aber auch der atheistische Journalist, soll nun feststellen, ob die Geschichte der 18jährigen Anna (Galatea Bellugi) der Wahrheit entspricht. Jacques journalistischer Eifer ist schnell geweckt und so ermittelt er vor allem in der Vergangenheit Annas...

Von der Spannung zwischen einem im Kern rationalen Mann, der nicht an Gott glaubt und einem Ereignis, das nicht zu erklären scheint, lebt Gianollis Film lange. Ohne sich zu positionieren werden hier die finanziellen Interessen angedeutet, die bei einer Bewertung einer möglichen Erscheinung eine Rolle spielen, wird die Rolle des Vatikans hinterfragt, der Strukturen der Kirche, die ihre Macht bekanntermaßen nicht immer zu noblen Zwecken benutzt. Im Stile einer Detektivgeschichte ist das inszeniert, agiert Lindon in seiner typischen, stoischen Manier wie ein Ermittler, der sich immer mehr in das Thema verbeißt, der zwar ein Skeptiker ist, aber auch gewillt scheint, seinen Glauben zu hinterfragen, wenn er alle rationalen Erklärungen für die Erscheinung ausgeschlossen hat. Das Gianolli es nicht wagt, diese Ambivalenz bis zum Ende durchzuhalten, sondern stattdessen klare Antworten gibt, ist schade, sollte aber auch nicht überschatten, dass „Die Erscheinung“ über weite Zeit ein hervorragend gefilmtes Drama ist, das sich schwierigen Fragen stellt.


DIE ERSCHEINUNG
Land/Jahr: Frankreich 2018
Regie: Gaspar Noé
Darsteller: Adrien Sissoko, Alaia Alsafir, Alexandre Moreau
93 Minuten
ab 16 Jahren

 

NEU in der Schauburg
RBG - EIN LEBEN FÜR DIE GERECHTIGKEIT



Mittlerweile ist sie 85 und immer noch Mitglied des Obersten Gerichtshofs der USA: Ruth Bader Ginsburg. Für politisch Interessierte ein lohnender Film und eine gute Gelegenheit, eine überaus scharfsinnige Frau kennenzulernen.

In den USA ist Ruth Bader Ginsburg, besser bekannt als RBG, mit vielen Äußerungen bekannt geworden. Einer davon lautet: “I ask no favor for my sex. All I ask of our brethren is that they take their feet off our necks.” Frei übersetzt ungefähr: „Ich bitte nicht um Wohlwollen für mein Geschlecht. Alles, worum ich unsere Brüder bitte, ist, dass sie ihre Füße aus unserem Genick nehmen.“ Schon dieses Zitat zeigt viel von dem, was RBG ausmacht: Mut, Radikalität, Scharfsinn und Humor. In den USA ist sie mittlerweile eine Art Pop-Ikone. Dabei hat sie sich bestimmt nicht darum gerissen, im Mittelpunkt zu stehen. Sie war eine der ersten Jura-Professorinnen der USA und wurde in den 70er Jahren recht bekannt, weil sie als Anwältin zugunsten von Frauen Gerichtsurteile erkämpfte, die maßgeblich für die Entwicklung der Frauenrechte in den USA wurden. Ihr brillanter Geist, ihr klares analytisches Denken und ihre Hartnäckigkeit machten sie zu einer wichtigen Fürsprecherin der Frauenbewegung und zu einer Kämpferin für die verfassungsmäßigen Rechte von Minderheiten...

Die immer noch sehr aktive, engagierte Juristin spricht sehr klar und deutlich, manchmal auch mit leiser Ironie über die Vergangenheit und über ihr Privatleben. Doch sobald es um ihr ureigenes Metier geht, um die Rechtsprechung, wird sie absolut professionell. Die beiden Filmemacherinnen wählten für ihr Doku-Biopic die klassische chronologische Variante, die sie mit zahlreichen Interviews, Fotos, Film- und Fernsehbildern aus Archiven und aus Privatbesitz ausstaffieren. Man sieht RBG auf Empfängen, Schul- und Collegeveranstaltungen, bei Fernsehauftritten und mit ihrem Personal Trainer beim Sport. Ihre Freundinnen, die deutlich lebhafter sind als die Porträtierte, berichten lachend über RBG`s Fitnesseinheiten. Trotz vieler Verweise und Bezüge ist es aber nicht nötig, sich mit dem amerikanischen Rechtswesen auszukennen, um diesen Film zu schätzen. Es genügt zu erkennen, dass hier eine sehr kluge, engagierte Frau unterwegs ist, die mit großem Einsatz für Gerechtigkeit kämpft.


RBG - EIN LEBEN FÜR DIE GERECHTIGKEIT

Land/Jahr: USA 2018
Dokumentarfilm
Regie: Julie Cohen, Betsy West
Darsteller: Ruth Bader Ginsburg
98 Minuten
Ohne Altersbeschränkung

 



Das große Frühstückskino in der Schauburg
am 16. Dezember 2018


Bedienen Sie sich am Sonntag ab 10.00 Uhr an einem reichhaltigen und abwechslungsreichen Frühstücksbuffet mit frischen Brötchen, Croissants, Laugengebäck, Brot, Wurst, Käse, Schinken, Rührei, Speck, Quark, Joghurt, Räucherlachs, Kuchen, Obst und vielen mehr. Dazu Kaffee, Tee, Organgensaft, Kakao, Sekt und ... und ... und  .

Filmbeginn ist dann ab 11.00 Uhr.

Das große Frühstücksbuffet incl. Film nur EURO 14,00

Am Sonntag (16.12.) im Frühstückskino...

Gegen den Strom
25 Km/h
Bohemian Rhapsody

Reservierungs-Telefon: 0721 - 35 000 18