NEU in der Schauburg
24 WOCHEN



Die Geschichte von Astrid, die sich entscheiden muss, ob sie ein wahrscheinlich schwerbehindertes Kind zur Welt bringen will. Ein Film mit großer Strahlkraft und voll emotionaler Wucht und herausragend gespielt.

Ein Kind ist unterwegs – die werdenden Eltern machen kein großes Theater daraus, denn das Theater gehört schon zu ihrem Leben: Astrid ist Kabarettistin, ziemlich erfolgreich noch dazu, und Markus ist ihr Manager. Sie ist ein Energiebündel und wirkt manchmal etwas hyperaktiv. Markus ergänzt sie perfekt: Er ist die Ruhe selbst und verbringt seine freie Zeit hauptsächlich damit, Astrid anzuhimmeln. Eine prachtvolle Konstellation also für eine junge Familie, zu der auch Nele gehört, die ältere Tochter, die sich ein kleines Brüderchen wünscht. Die Schwangerschaft verläuft ruhig, Astrid tritt weiter auf und macht Witze über ihren Zustand, mit dem sie ebenso humorvoll wie lässig umgeht. Alles scheint gut zu verlaufen, als Astrid und Markus nach einer Routineuntersuchung erfahren, dass ihr Kind mit großer Wahrscheinlichkeit das Downsyndrom haben wird. Aus der Vorfreude erwachsen Angst, Zweifel, unbegründete Selbstvorwürfe und die Notwendigkeit, eine Entscheidung zu treffen...


Das ist alles sehr gut ausgedacht und dennoch so dicht und schmerzlich an der Realität, dass sich niemand mit einem halbwegs mitfühlenden Herzen der Gewissensnot und dem Dilemma entziehen kann, das Julia Jentsch mit viel glaubhafter Zurückhaltung verkörpert. Angesichts ihrer Gewissensnöte steht Astrid plötzlich sprachlos auf der Bühne. Und hier liegt vielleicht der größte Unterschied zwischen Anne Zohra Berrached und Andreas Dresen, der in „Halt auf freier Strecke“ ein ähnlich sensibles, gut recherchiertes Thema ebenfalls mit virtuoser Improvisationskunst und mit Fachleuten als Darsteller anging: Astrid steht in der Öffentlichkeit. Julia Jentsch macht die Astrid, die anfangs so taff wirkt, immer stiller und sensibler, bis ihre Dünnhäutigkeit fast körperlich spürbar wird. Gleichzeitig wandelt sich Bjarne Mädel, der anfangs fast wie ein drolliger Cockerspaniel um seine geliebte Frau herumhechelt, vom freundlich servilen Zuarbeiter zum aufbegehrenden Rebellen, der in der Krise eine neue Rolle als Mann und Familienvater für sich finden muss. Julia Jentsch und Bjarne Mädel spielen diese Entwicklung mit großer Intensität, aber dankenswerterweise vollkommen ohne jede Effekthascherei.
  „24 Wochen“ ist sicherlich kein leichter Film, und dennoch bleibt er unterhaltsam. Er geht unter die Haut und trifft direkt das Herz, ohne Rührseligkeit, ohne Geschwätzigkeit, vollkommen kitschfrei und vielleicht gerade deshalb so glaubwürdig und spannend.

24 WOCHEN
Land/Jahr
: Deutschland 2015
Regie: Anne Zohra Berrached
Darsteller: Julia Jentsch, Bjarne Mädel, Johanna Gastdorf
103 Minuten
ab 12 Jahren

 

NEU in der Schauburg
SNOWDEN
in englischer Originalfassung



Die unglaubliche, packende Geschichte Edward Snowdens als hochspannender Thriller – inszeniert von Oliver Stone.

Verräter oder Held. Was trieb Edward Snowden dazu, geheime NSA-Dokumente zu veröffentlichen? War ihm bewusst, welchen Preis er dafür zahlen würde? Oscar®-Preisträger Oliver Stone bringt mit „Snowden“ das Leben des kontrovers diskutierten Whistleblowers Edward Snowden auf die große Leinwand und zeigt den Menschen hinter dem Mythos, der mit seinen Enthüllungen der Welt die Augen öffnete, dafür aber seine Karriere und Heimat aufgeben musste. Es ist die Geschichte eines normalen Mannes, der es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, zu schweigen…

Der Meister des politischen amerikanischen Kinos, Oliver Stone („Nixon“, „JFK – Tatort Dallas“, „Geboren am 4. Juli“, „Platoon“), der am 15. September 2016 seinen 70. Geburtstag feiert, verfilmte die Geschichte Edward Snowdens, der eine der brisantesten gegenwärtigen politischen Affären ins Rollen brachte und trotz Lebensgefahr auf das Ausmaß der Überwachung unserer Gesellschaft aufmerksam machte. Die Titelrolle spielt Joseph Gordon-Levitt („The Dark Knight Rises“, „Inception“). An seiner Seite agieren so hochkarätige Darsteller wie Shailene Woodley („Die Bestimmung – Divergent“, „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“) als seine Freundin, Oscar©-Preisträger Melissa Leo („Prisoners“, „The Fighter“) und Nicolas Cage („Leaving Las Vegas“, „World Trade Center“, „The Rock“), Zachary Quinto („Star Trek: Into Darkness“), Tom Wilkinson („Michael Clayton“, „Batman Begins“, „Vergiss mein nicht!“), Rhys Ifans („The Amazing Spider-Man“, „Notting Hill“), Joely Richardson („Verblendung”, „Der Patriot”), Timothy Olyphant („Stirb langsam 4.0“, „Hitman – Jeder stirbt alleine“) und Scott Eastwood („Kein Ort ohne dich“, „Herz aus Stahl“). Für das Drehbuch, basierend auf den Büchern „The Snowden Files: The Inside Story of the World’s Most Wanted Man“ von Luke Harding und „Time of the Octopus“ von Snowdens russischem Anwalt Anatoly Kucherena, zeichnet Oliver Stone zusammen mit Kieran Fitzgerald („The Homesman“) verantwortlich.


SNOWDEN
Land/Jahr: USA, Deutschland 2016
Regie: Oliver Stone
Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Tom Wilkinson