|
PREMIERE in der Schauburg
"DIE UNSICHTBARE"
am Samstag, 4. Februar um 19 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs Christian Schwochow und Hauptdarstellerin Stine Fischer Christensen
„Du bist unsichtbar!“
wird der jungen Schauspielschülerin Josephine, genannt Fine (Stine Fischer
Christensen) gesagt, nachdem sie bei einem wichtigen Vorspiel auf der Bühne
eingeschlafen ist. Doch gerade dieses Malheur, dieses Andersartige, fasziniert
den ebenso berühmten wie egozentrischen Regisseur Kaspar Friedmann (Ulrich
Noethen). Am Schauspielhaus der Stadt will er mit Schauspielstudenten ein Stück
inszenieren. „Camille“ heißt dieses fiktive Drama, das mit seiner latent
selbstzerstörerischen Hauptfigur, die sich in wahllose sexuelle Abenteuer
stürzt, ein wenig an Wedekinds „Lulu“ erinnert. Die introvertierte, fast
mäuschenhafte Fine bekommt zur Überraschung aller die Hauptrolle der Camille
anvertraut – und sieht sich schnell mit ihren Grenzen konfrontiert. Immer mehr
fordert Friedmann von ihr, immer tiefer will er in ihre Seele blicken, ihre
tiefsten Verletzungen anbohren, um sie für die Rolle zu benutzen. Und Fine hat,
wie es Regisseur und Regieassistent ganz pragmatisch auf den Punkt bringen,
genau deswegen die Rolle bekommen: Weil sie einen Knall hat.
Die Verschmelzung von Bühne und Realität, von Rolle und wahrer Identität ist
ein beliebtes Sujet, das zuletzt etwa Darren Aronofsky in „Black Swan“ auf so
überzeugende Weise umgesetzt hat. So ist es kaum zu vermeiden, dass in „Die
Unsichtbare“ oft Motive, Figuren, Situation zu erkennen sind, die man so oder
so ähnlich schon oft gesehen hat. Im Gegensatz zu Aronofsky, der seine
Erzählung zu überdrehtem Camp steigerte, bemüht sich Schwochow – der das
Drehbuch zusammen mit seiner Theatererfahrenen Mutter Heide schrieb – um
Realismus. Besonders die Schilderung der Arbeit am Theater, die mühsamen
Proben, die Versuche, sich dem Wesen der Rolle mit allen Mitteln zu nähern,
zählen dadurch zu den stärksten Momenten des Films. Nicht zuletzt dank der
exzellenten Darstellung Ulrich Noethens als Regisseur. Dessen Beziehung zu
Fine, seine Versuche die etwas unbedarfte, fast naive junge Frau für seine
Kunst, seine Vision bis an die Grenzen ihrer psychischen und physischen
Fähigkeiten zu bringen, bilden das Zentrum des Films, um das Schwochow einen
Wust an Nebenschauplätzen kreiert hat.
Wichtigstes Element hierbei ist Fines schwerbehinderte Schwester Jule (geradezu
erschreckend überzeugend gespielt von Christina Drechsler), die von der allein
erziehenden Mutter (Dagmar Manzel) immer mehr Aufmerksamkeit bekommen hat als
Fine selbst. Andere Aspekte wirken dagegen verschenkt: Fines Freundschaft zu
einer Schauspielkollegin/ -konkurrentin, eine Romanze mit einem Nachbar, vor
allem aber die erst aufwändig eingeführte Enthüllung, dass Fine noch Jungfrau
ist – angesichts des sexuell aufgeladenen Stücks ein eigentlich durchaus
relevanter Aspekt – der dann dramaturgisch völlig ignoriert wird. Dennoch ist
„Die Unsichtbare“ erneut ein starker Film von Christian Schwochow, der es nicht
zuletzt versteht, seine Geschichten in prägnanten Bildern zu erzählen, die sich
nie in den Vordergrund spielen. Der gehört auch hier ganz den Schauspielern -
und das ist es letztlich, was „Die Unsichtbare“ auszeichnet.
"DIE UNSICHTBARE"
Land/Jahr: Deutschland 2011
Regie: Christian Schwochow
Darsteller: Stine Fischer Christensen, Ulrich Noethen, Dagmar Manzel
Laufzeit: 113 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Die Schauburg präsentiert „Die Unsichtbare“ in
einer Premiere in Anwesenheit des Regisseurs Christian Schwochow und Hauptdarstellerin Stine Fischer Christensen am Samstag, 4.
Februar 2012 um 19 Uhr und verlosen unter allen
5 x 2 Freikarten für
diese Premiere, die bis Samstag 4. Februar 2012 12 Uhr eine E-Mail an gewinnspiel@schauburg.de
oder ein Fax an 0721-380047 senden, Stichwort „Die Unsichtbare“. Bitte Telefonnummer nicht vergessen, die Gewinner werden telefonisch
benachrichtigt.
TRAUMFABRIK STUDIO 2 in der Schauburg
"JEAN-LUC GODARD: PASSION"
am Sonntag, 5. Februar um 15 Uhr
Am kommenden Sonntag, 5. Februar 2012 präsentiert
die Schauburg um 15 Uhr in der Filmreihe
„Traumfabrik: STUDIO 2 - Autorenfilme: Film – Theorie – Selbstversuch“ Jean-Luc
Godard: Passion. Vor dem Film gibt es eine Einführung, im Anschluss an den Film
besteht die Möglichkeit im Kinogespräch die eigenen Beobachtungen, Meinungen
und Vermutungen mit anderen Zuschauern austauschen.
Während in seiner Heimat die Gewerkschaft Solidarnosc die Konfrontation mit der
Regierung sucht, dreht der polnische Regisseur Jerzy im Ausland einen Film, der
aus der Nachstellung klassischer Gemälde durch seine Darsteller besteht. Es
plagen ihn Zweifel hinsichtlich der Qualität, sein Produzent klagt über
ausufernde Kosten. Außerdem fühlt sich Jerzy von zwei Frauen angezogen: der
Hotelbesitzerin Hannah und der Fabrikarbeiterin Isabelle, die gerade entlassen
wurde.
Anfang der achtziger Jahre beschäftigte sich Nouvelle-Vague-Urgestein Jean-Luc
Godard im Rahmen seiner zeitweiligen Rückkehr zum Kinofilm einmal mehr mit dem
Filmemachen und der Haltung des Publikums. Passion ist eine Reflexion über das
Kino und die Kunst, der die Bereiche künstlerisches Schaffen und Fabrikarbeit –
meist getrennt – thematisiert, um sie in den emotionalen Momenten sich wieder
annähern zu lassen. Beeindruckend sind auch die Bilder des Kameramanns Raoul
Coutard, mit dem Godard bereits bei Klassikern wie "Außer Atem" und
"Pierrot le Fou" gearbeitet hatte.
"JEAN-LUC GODARD: PASSION"
Land/Jahr: Frankreich 1982
Regie: Jean-Luc Godard
Darsteller: Isabelle Huppert, Jerzy Radziwilovicz, Michel Piccoli, Hanna Schygulla
Kamera: Raoul Coutard.
Laufzeit: 88 Minuten
Live in HD augenommen in der National Gallery London
"LEONARDO LIVE"
am Donnerstag, 16. Februar 2012 um 20 Uhr
Erleben Sie die ausverkaufte, einzigartige Ausstellung "Leonardo da
Vinci: Maler am Mailänder Hof" der Londoner National Gallery auf der
Großbildwand in der Schauburg - im Rahmen limitierter Vorführungen am 16.
Februar 2012.
„Die Präsentation ist überwältigend, geheimnisvoll und ergreifend. Dass es
überhaupt irgendwelche Bilder zu zeigen gibt, grenzt an ein Wunder“, schreibt
die britische Tageszeitung The Guardian in ihrem Bericht über die Ausstellung.
Fünf Sterne - „eine atemberaubende und wirklich außergewöhnliche Ausstellung“,
„die großartigste Ausstellung des Jahrhunderts“ schwärmt die britische
Tageszeitung The Daily Telegraph.
Die Menschen in Großbritannien haben täglich ab früh morgens Schlange
gestanden, um eine der wenigen Restkarten für die Ausstellung zu ergattern. Die
Karten wurden auf dem Schwarzmarkt für umgerechnet 530 EUR pro Stück
weiterverkauft.
In einer für Kinobesucher absolut neuen Form haben Kunstliebhaber aus Karlsruhe
und Umgebung die Gelegenheit, im Rahmen dieser Vorführung von ‚Leonardo live‘
auf Großbildwand eine noch nie gezeigte und historisch einmalige Ausstellung zu
sehen, und zwar ganz bequem von ihrem Kinosessel aus. Die Ausstellung
präsentiert die größte Anzahl von Gemälden Leonardo da Vincis, die je in einer
einzigen Sammlung gezeigt wurden, einschließlich eines neuen, bisher noch nicht
ausgestellten Gemäldes von da Vinci. Die Aufzeichnung erfolgte am Abend der
Ausstellungseröffnung im November 2011 - die Kinovorführungen im Februar werden
zusätzliches Bonusmaterial beinhalten.
‚Leonardo live‘ wird von dem Kunsthistoriker Tim Marlow und der Moderatorin
Mariella Frostrup moderiert; die beiden führen durch die Ausstellung, gehen
dabei detailliert auf die einzelnen Gemälde der Ausstellung ein und führen
Gespräche mit besonderen Gästen und Kunstexperten.
Weitere Vorstellungen am Sonntag, 26. Februar 2012 und am Sonntag, 4. März 2012 jeweils um 13 Uhr.
Tickets online im Internet zzgl. 10% Vorberkaufsgebühren
NEU in der Schauburg
"DAME, KÖNIG, AS, SPION"
Einer muss es sein, einer von
fünf Männern in der obersten Chefetage des „Circus“ – wie der Geheimdienst MI6
intern genannt wird. Einer von ihnen ist der Maulwurf, der Verräter, der für
die Gegenseite arbeitet. Also macht sich George Smiley ans Werk. Beharrlich,
gründlich und ohne eine Miene zu verziehen, recherchiert und ermittelt er. Um
ihn herum toben Intrigen, Gerüchte über tatsächliche und vermutete
Doppelagenten. George Smiley wird ausgekundschaftet, bedroht und erpresst. Aber
er lässt nicht locker. Akribisch forscht er in den Unterlagen und befragt
Kollegen. Er beklebt Schachfiguren mit den Fotos der Verdächtigen und bringt
seine eigenen Leute in Stellung, doch kann er ihnen trauen? Ein junger Agent
hat Informationen über einen Überläufer, aber ist er verlässlich? Nichts ist,
wie es scheint. Der Verräter kann überall sein.
Die Story ist kompliziert, ein Puzzle, das sich aus vielen einzelnen Teilen
zusammensetzt. So gehört es sich für einen Thriller. Wer John Le Carrés Bücher
kennt, wird diesen Film lieben. Ebenso alle, die sich gern an die großen
Klassiker der „Schwarzen Serie“ und an alte Hitchcock-Filme erinnern, in denen
es um Schuld und Unschuld geht und um desillusionierte Helden. Obwohl aufwändig
produziert, gibt es weder vordergründige Effekte noch übertriebene Brutalität.
Stattdessen wird prickelnde Spannung geboten. Ein Film also für ein Publikum,
das gern mitdenkt und nicht ins Kino geht, um hinterher über die freudvolle
Zerstörung von Sachwerten zu sprechen. Sicherlich keine leichte Kost, denn die
ruhigen Bilder, die langen Einstellungen und die komplexe Handlung erfordern
ein gewisses Maß an Konzentration. Doch wer sich auf diesen Film einlässt, wird
reich belohnt werden. Zum Beispiel mit großartigen Bildern, die bis ins letzte
Detail durchkomponiert sind, durch eine sensationell gute Schnitttechnik, die
dem Film bei aller Hochspannung einen klaren, ruhigen Rhythmus gibt. Die Musik
ist hinreißend: wuchtig und pompös bis traurig dank Alberto Iglesias. Die
Charaktere sind ebenfalls großartig durchdacht: eine Männergesellschaft, in der
kein überflüssiges Wort gesprochen wird.
George Smiley ist alles andere als ein glamouröser Actionheld, der Gegenentwurf
eines James Bond: ein undurchschaubarer Mann ohne Ideale, voller Skepsis den
Menschen gegenüber, die ihn nicht mehr enttäuschen können, weil er jede Art von
Enttäuschung schon erlebt hat. Und so spielt Gary Oldman diesen George Smiley,
der mit seiner dicken Hornbrille, dem sorgfältig gezogenen Seitenscheitel und
dem stoischen Gesichtsausdruck eher an einen braven Finanzbeamten als an einen
erfolgreichen Geheimagenten erinnert. Ein melancholischer Pedant, der keine
Freizeit zu kennen scheint und selbstverständlich auch keine Gefühle, keine
Freude, kein Mitleid, keine Liebe. All das ist schon lange Vergangenheit.
Den britischen Geheimdienst zeigt Tomas Alfredson als altmodische Behörde. Das
muffige Gebäude erinnert eher an die Gründerzeit Ende des 19. Jahrhunderts als
an die bunten 70er Jahre. Kühl, düster und blass sind die Farben, die Außenwelt
bleibt ausgeschlossen, nichts ist zu spüren von Rock oder Pop und vom baldigen
Aufbruch ins Medienzeitalter. Hier arbeitet eine Gemeinschaft sozial stark
defizitärer Individuen, meist graue, ältere Männer in grauen Anzügen, die
ständig rauchend und trinkend den Kalten Krieg verwalten. Auf der anderen
Seite, beim sowjetischen KGB, sitzen die gleichen Männer, ebenfalls rauchend
und trinkend, mit derselben Aufgabe.
Einer von ihnen treibt ein falsches Spiel. Und das darf nicht geduldet werden,
denn das Gleichgewicht der Kräfte muss erhalten bleiben, sonst droht der
nächste Weltkrieg. Doch wie im Thriller üblich, ist auch hier der Weg das Ziel.
Denn letztlich geht es nicht um die Person des Verräters, sondern um den, der
ihn sucht. Und der ihn findet, weil er seinem Widersacher einen winzigen
Schritt voraus ist. Es ist ein Spiel, ein gefährliches Spiel.
"DAME, KÖNIG, AS, SPION"
Land/Jahr: Großbritannien, Frankreich u.a. 2011
Regie: Tomas Alfredson
Darsteller: Gary Oldman, Benedict Cumberbatch, Colin Firth
Laufzeit:127 Minuten
NEU in der Schauburg
"DIR SUMME MEINER EINZELNEN TEILE"
Er ist immer für eine
Überraschung gut. Hans Weingartner katapultierte sich mit seinem Debut
"Das weiße Rauschen" in die deutsche Filmlandschaft, wurde in Cannes mit
seiner lockeren Liebeserklärung an eine rebellische Jugend "Die fetten
Jahre sind vorbei" gefeiert und holzte unterhaltend in "Free Rainer -
Dein Fernseher lügt" gegen das Fernsehen und seinen Quotenwahn. Mit "Die
Summe meiner einzelnen Teile" schlägt der Ex-Student der
Gehirnforschung den Bogen zum unter psychotischen Schüben leidenden
Protagonisten seines ersten Films, kehrt zu seinem Kernthema Psychiatrie
und psychische Zustände zurück.
Der geniale Mathematiker Martin (eindrucksvoll: Peter Schneider) landet
mit Burn-out-Syndrom in der Psychiatrie, nach der Entlassung kriegt er
den alten Job nicht mehr, die Freundin hat einen Neuen und bald steht
auch der Gerichtsvollzieher im Mini-Appartement in Marzahn, sogar der
Vater jagt ihn davon. Einer, der nicht mehr fit ist für die
Gesellschaft, fliegt aus dem sozialen Netz. Wenn er im Supermarkt
einkauft oder versucht, der Wirklichkeit zu begegnen, orientiert er sich
an Zahlenreihen, sie strukturieren seinen Alltag. Einziger Halt ist die
Freundschaft zu einem ukrainischen Jungen, der im Mut zum Leben macht
und mit dem er gemeinsam im Wald eine Hütte baut. Die Idylle währt nicht
lang, auch der Traum von einem anderen Leben in Portugal zerbricht.
Weingartners Figuren reiben sich immer am System, nehmen sich die
Freiheit, gegen den Strich zu bürsten und rennen gegen Hindernisse an
(wie auch der Regisseur). Im Zentrum steht die Freundschaft zwischen
Erwachsenem und Kind, hier kann sich der sonst so verschlossene Martin
öffnen und eine emotionale Bindung aufbauen. Für Weingartner ist Martin
der klassische Verstoßene. Der Wald als Rückzugs- und natürlicher
Lebensraum, in dem auch schon mal wie im Märchen der sanfte Wolf
vorbeischaut, wird von Henner Besuchs hyperrealistischer Kamera in
grün-braun-schwarzen Erdtönen eingefangen. Landschaften im Nebel wirken
fast impressionistisch und fast hypnotisch die Bilder der Nacht, in
denen vorbeirauschende Autos eine eigene Lichtsinfonie entfachen. Wenn
ein Mensch in verschiedene Teile zersplittert und diese weitab der
normalen Glücksspur nicht mehr zu einem Ganzen formen kann, ist das auf
der Leinwand unbequem und ungefällig. Ein sehenswerter Gegenentwurf zum
gern gesehenen Wohlfühlkino.
"DIE SUMME MEINER EINZELNEN TEILE"
Land/Jahr: Deutschland 2011
Regie: Hans Weingartner, Cüneyt Kaya
Darsteller: Peter Schneider, Henrike von Kuick, Timur Massold
Laufzeit: 118 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Das große Frühstückskino in der Schauburg
am 5. Februar 2012
Bedienen Sie sich am Sonntag ab 10.00 Uhr an einem reichhaltigen und
abwechslungsreichen Frühstücksbuffet mit frischen Brötchen, Croissants,
Laugengebäck, Brot, Wurst, Käse, Schinken, Rührei, Speck, Quark, Joghurt, Räucherlachs, Kuchen, Obst und vielen mehr. Dazu Kaffee, Tee,
Organgensaft, Kakao, Sekt und ... und ... und .
Filmbeginn ist dann ab 11.00 Uhr.
Das große Frühstücksbuffett incl. Film nur EURO 12,00
Am Sonntag (5.2.) im Frühstückskino...
Ziemlich beste Freunde
Dame, König, As, Spion
The Artist
Reservierungs-Telefon: 0721 - 35 000 18
|