Schulvorstellungen

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Almanya - Willkommen in Deutschland

Heitere kultur- und generationenübergreifende Familiengeschichte, die lustvoll mit Klischees spielt und Türken und Deutschen den Spiegel vorhält.

Mitte der 1960er Jahre kamen Hüseyin Yilmaz und seine Familie aus der Türkei nach Deutschland. Inzwischen ist das fremde Land jedenfalls für die Kinder und Enkel zur Heimat geworden. Nachdem der Patriarch bei einem Essen seine Lieben mit der Nachricht überrascht, ein Haus in der Türkei gekauft zu haben, muss die Sippe mit zum Umbau in die Pampa fahren. Die Reise voller Streitereien und Versöhnung nimmt eine tragische Wendung.

Die fröhlich-herzliche Multi-Kulti-Komödie und das lockere Spiel mit bekannten Klischees beruht teilweise auf eigenen Erfahrungen der Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli, die in dieser Generationen übergreifenden Familiengeschichte sämtliche Vorurteile durch den Kakao ziehen. Während die erste Hälfte die Zuschauer zum Lachen bringt, dürfen in der zweiten die Tränen fließen.

Prädikat "Besonders wertvoll" (Auszug: ALMANYA ist Lachen gegen Stigmatisierung! Am Ende lesen wir das Max Frisch-Zitat: "Wir riefen Arbeitskräfte, es kamen Menschen.")

Deutschland 2010;
Regie: Yasemin Samdereli;
Darsteller: Vedat Erincin, Fahri Ogün;
101 Minunten
FSK: ab 6 Jahren

Rezension auf Spiegel.de
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The King's Speech (in digitaler High-End Projektion)

Bewegendes und pointiertes Drama über King George VI, der sich an einen australischen Sprachtherapeuten wendet, um vor einer wichtigen Rede Herr über sein unkontrollierbares Stottern zu werden.

Prinz Albert, zweiter Sohn des souveränen Patriarchen King George V, hat eine entscheidende Behinderung: Er stottert. Reden sind für ihn regelmäßige Übungen in öffentlicher Erniedrigung. Auf Anraten seiner Frau Elizabeth sucht er den australischen Sprachtherapeuten Lionel Logue auf, dessen respektloser Ton nicht gut ankommt bei dem Royal. Als dessen Vater stirbt und sein leichtlebiger Bruder Edward VIII überraschend abdankt, wird Albert zu König George VI gekrönt - und wendet sich wieder an Lionel, um am Vorabend des Zweiten Weltkriegs das Volk in einer Rede stotterfrei auf den Kampf gegen Hitler einschwören zu können.

King George VI mag historisch nur von marginaler Bedeutung gewesen sein. Tom Hooper ("The Damned United") setzt dem Vater von Queen Elizabeth II dennoch ein unvergessliches filmisches Denkmal mit einem rauschenden Kostümfilm jenseits jeglicher Merchant-Ivory-Muffigkeit, in dessen Mittelpunkt die unwahrscheinliche Freundschaft des Königs zu einem verhinderten Shakespeare-Schauspieler aus Australien steht. Der Film ist pointiert und gewitzt geschrieben - und einfach unwiderstehlich, nicht zuletzt dank seiner beiden Hauptdarsteller Colin Firth und Geoffrey Rush, die jede Szene zum puren Filmgenuss machen.

Großbritannien, Australien 2010
Regie: Tom Hooper
Drehbuch: David Seidler
Darsteller: Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham Carter, Guy Pearce, Timothy Spall, Derek Jacobi
Verleih: Senator
Laufzeit: 118 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung

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Taste the Waste

Erschreckende Dokumentation über die Massen an Lebensmitteln, die moderne Überflussgesellschaften verschwenden, und deren weitreichende Folgen für Umwelt und Weltklima. Real-Horror, den jeder Verbraucher sehen müsste.

Es sind erschreckende, abstoßende Bilder und Fakten, die Valentin Thurn in seiner Dokumentation „Taste the Waste“ zusammenträgt. Bilder, die jedem Horrorfilm Ehre machen würden, mit dem Unterschied, dass es hier nicht um Fiktion geht, sondern um die traurige, tägliche Realität der modernen Überflussgesellschaften. Speziell die Verschwendung von Lebensmitteln zeigt Thurn auf. Da sieht man Supermärkte, die erst in ein, zwei Tagen ablaufende Lebensmittel palettenweise aus dem Regal nehmen, Bauern, die Kartoffeln aussortieren, weil sie zu groß, klein oder einfach nicht schön geformt sind, Großbäcker, die Kiloweise Brot vernichten, weil Supermärkte und Verbraucher auch kurz vor Ladenschluss noch voll gefüllte Regale erwarten. Man könnte diese Liste endlos fortführen, die Verschwendung kennt keine Grenzen. Zum Glück belässt es Valentin Thurn nicht bei diesen reinen Negativbeispielen, sondern zeigt auch Wege auf, die Verschwendung einzudämmen. So zeigt er eine Großbäckerei, die ihren Brotabfall zu Brennstoff verarbeitet und damit die Öfen heizt. Denn die Konsequenzen der Verschwendung liegen nicht einfach nur in weggeworfenen Produkten. Um das ganze Ausmaß der Misswirtschaft zu verstehen, müssen auch die Kosten der Produktion und der Lebensmittelvernichtung berücksichtigt werden. Der Energieaufwand, das Wasser, aber auch die Abgase, die für die dann weggeworfenen Lebensmittel verbraucht werden, tragen enorm zum Treibhauseffekt bei, die Verschwendung schadet der Erde also doppelt.

Zu erwarten, dass die Verbraucher ihre über lange Jahre entwickelten Verhaltensweisen so schnell ändern, dürfte utopisch sein. Und so zeigt Thurn im zweiten Teil seines Films Versuche auf, die Verschwendung zumindest einzudämmen. Vor allem aber will dieser Film aufrütteln und ein Problem unserer industrialisierten Überflussgesellschaft aufzeigen. Er tut dies ohne anzuprangern, ohne polemisch zu werden. Das ist auch gar nicht nötig, die Perversion dieser Verschwendung ist auch so allzu offensichtlich, auch wenn sie in der breiten Öffentlichkeit kaum beachtet wird. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Film ein wenig zur fraglos schwierigen Veränderung beitragen kann.

Dokumentarfilm,
Deutschland 2011
Regie: Valentin Thurn
Laufzeit: 91 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung (ohne Altersbeschränkung)

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Anonymus (OmU)

Seit Jahrzehnten regiert Queen Elizabeth I in England. Wie aus dem Nichts reift Schauspieler William Shakespeare zum Theaterautor, der mit seinen Stücken die menschliche Natur wie auch die politische Situation im Land spiegelt und damit das Volk begeistert. Nur wenige wissen, dass der Earl of Oxford, Erzfeind von Elizabeths intrigantem Berater, der eigentliche Verfasser dieser Werke ist. Aufgrund seiner Stellung darf sich Oxford nicht als Autor outen, doch das bleibt nicht die einzige Tragödie im Leben des Aristokraten.

Wie schon bei "Der Patriot" greift Roland Emmerich bei seinem in Babelsberg gedrehten Lieblingsprojekt auf ein Skript eines Fremdautors zurück. Das Resultat ist sein bester Film, ein wild spekulierendes Drama über ein geheimes Künstlerleben, das in Figuren, Charakterbeschreibungen und Emotionen Shakespeares Tragödien spiegelt. Die zu erwartenden Debatten über Fakt und Fiktion werden für Aufmerksamkeit, die optische Gestaltung und Dramaturgie für Emmerichs Anerkennung jenseits eines Meister des Spektakels sorgen.

Anonymous
USA 2011
Regie: Roland Emmerich
Buch: John Orloff
Darsteller: Rhys Ifans, Vanessa Redgrave, Joely Richardson, David Thewlis, Derek Jacobi, Xavier Samuel, Rafe Spall
Länge: 131 Minuten
FSK:12