Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 9.2.
Der Junge mit dem Fahrrad
Die Unsichtbare
Hugo Cabret (in digitaler 3D-Projektion)
voraussichtlich ab Donnerstag 16.2.
Leonardo Live
Extrem laut und unglaublich nah
Sommer auf dem Land
Die Thomaner
voraussichtlich ab Donnerstag 23.2.
Glück
Young Adult
In the Land of Blood and Honey
¡Vivan las Antipodas!
voraussichtlich ab Donnerstag 1.3.
Die eiserne Lady
voraussichtlich ab Montag 5.3.
Schulkinowochen BW 2012 (05.03. bis 14.03.2012)
voraussichtlich ab Donnerstag 8.3.
Schilf - Alles, was denkbar ist, existiert
voraussichtlich ab Donnerstag 15.3.
Der Schnee am Kilimandscharo

Voraussichtlich ab Donnerstag 9.2.

Der Junge mit dem Fahrrad

Drama mit komischen Untertönen um einen Jungen, der von seinem Vater in ein Heim gegeben wird und zwischen Sehnsucht nach Liebe und Freiheitsdrang hin und her gerissen wird.

Der Junge Cyril wird von seinem Vater in einem Kinderheim abgegeben - nur vorübergehend sagt der Vater. Bei der Friseuse Samantha findet Cyril zumindest fürs Wochenende ein richtiges Zuhause. Doch nichts ist ihm wichtiger, als seinen Vater wiederzufinden.

Die belgischen Filmemacher-Brüder Jean-Luc und Pierre Dardenne sind nicht nur regelmäßige Gäste beim Festival de Cannes, sondern auch sehr erfolgreiche. Für "Rosetta" und "L'enfant" wurden sie mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Auch ihr neuestes Drama, das sie mit komischen Untertönen aufgelockert haben, konzentriert sich auf eine (Eltern-Kind-)Beziehung. Mit Cécile de France haben sie erstmals einen veritablen Star besetzt, die eigentliche Haupt- und Titelrolle spielt aber der junge Thomas Doret. "Le gamin au vélo", ein starkes Plädoyer für den Sieg der Liebe über den grauen Alltag und eine Ode an das Leben, war der fünfte Film der Dardennes im Wettbewerb von Cannes und beweist Kontinuität und sukzessive Perfektionierung ihrer Arbeit, das Feilen an Kleinigkeiten, die ihr Werk groß machen.

Belgien, Frankreich u.a. 2011
Regie: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne Darsteller: Thomas Doret, Cécile de France, Jérémie Renier
Laufzeit: 87 Minunten


Voraussichtlich ab Donnerstag 9.2.

Die Unsichtbare

Porträt einer jungen Schauspielstudentin, die für ihre erste große Bühnenrolle an die Grenzen ihrer psychischen Kraft geht.

Einer jungen Schauspielschülerin fehlt die nötige Ausstrahlung, sie gilt bei ihren Lehrern als "unsichtbar". Nur wenn nachts ihre behinderte Schwester keine Ruhe findet, traut sie sich, bei Gesang, Tanz und Spiel aus sich herauszugehen. Beim Vorsprechen entdeckt ein fanatischer Regisseur ihr Talent hinter der Schüchternheit und gibt ihr die Hauptrolle als Männer verschlingender Vamp, treibt sie psychisch und physisch an ihre Grenzen. Sie streunt mit blonder Perücke wie eine Fremde durch die Stadt, gewinnt an Selbstbewusstsein und taucht gleichzeitig ein in eine Welt der Selbstzerstörung.

Das komplizierte Selbstfindungsdrama spielt vorwiegend in dunklen Räumen und beklemmender Atmosphäre als Spiegelbild innerer Mauern und verbindet zwei angstbesetzte Bereiche - die Schwierigkeit des Erwachsenwerdens und den Hunger nach Anerkennung. Zur Geschichte von der Kollision zwischen Leben auf der Bühne und in Wirklichkeit packt Christian Schwochow in die Nebenstränge noch sehr viel familiäres Unheil. Aber alle Einzelheiten werden durch die außergewöhnliche Performance von Stine Fischer Christensen hinweggefegt.

Deutschland 2011
Regie: Christian Schwochow
Darsteller: Stine Fischer Christensen, Ulrich Noethen, Dagmar Manzel
Laufzeit: 113 Minuten
FSK: ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 9.2.

Hugo Cabret (in digitaler 3D-Projektion)

Ausnahmeregisseur Martin Scorsese macht seinen ersten Abstecher in sowohl Familienunterhaltung als auch 3D-Format und gestaltet dies visuell virtuose Verbeugung vor der frühen Filmgeschichte.


Anfang der Dreißigerjahre hilft Hugo seinem trunksüchtigen Onkel als Gehilfe dabei, sämtliche Uhren des Pariser Bahnhofs zu warten. Er lebt quasi auf sich allein gestellt in dem labyrinthartigen Gebäude und hält sich mit kleineren Diebereien über Wasser. Dort lernt er auch den schwermütigen Ladenbesitzer Georges Méliès und dessen Patenkind Isabelle kennen. Deren Halskette mit einem herzförmigen Schlüssel kann den antiken Roboter seines verstorbenen Vaters zum Laufen bringen. Und auch Méliès scheint ein Geheimnis mit sich herumzutragen.

Scorsese läuft mit dieser bezaubernden Familienfantasie zu neuer Höchstform auf, was bereits eingangs mit einer atemberaubend langen Kamerafahrt über die Dächer von Paris hinein in die Bahnstation belegt wird. Dies ist lediglich der Auftakt für ein nahezu konstant aufrecht erhaltenes visuelles Feuerwerk, das meisterhaft 3D und CG-Effekte integriert. Tiefsatte Farben sowie ein ausgefeiltes Licht- und Schattenspiel kreieren ein märchenhaftes Ambiente, in dem auch Dante Ferrettis originelles Produktionsdesign besonders gut zur Geltung kommt. Die passend emotionale musikalische Untermalung wird von Howard Shore beigesteuert, der bereits die "Herr der Ringe"-Trilogie mit zeitlosen Klängen versah. Zeitlos ist auch Scorseses Verehrung für die Pioniere des Films. Neben seiner detaillierten Hommage an den hyperkreativen Méliès, die eine Rekreation dessen berühmten Trickfilms "Die Reise zum Mond" und eine Rekonstruktion seines Kinotheaters umfasst, verneigt sich der Oscargewinner direkt oder indirekt vor einer Reihe der Schrittmacher der Filmgeschichte. So zeigt Scorsese einen Ausschnitt aus dem Zug-Film der Lumiere Brüder und die berühmte Uhr-Szene aus "Ausgerechnet Wolkenkratzer" mit Harold Lloyd, die er später nachstellt. Uhren und Getriebe sind ein dominantes Motiv in dieser fantasiereichen Fabel voller Verlust, Sehnsucht und Hoffnung, die darauf hindeuten, dass es für den Protagonisten letztlich darum geht, seinen Platz im Lebensgetriebe zu finden.

USA 2011
Regie: Martin Scorsese
Darsteller: Sir Ben Kingsley, Sacha Baron Cohen, Asa Butterfield
Drehbuch: John Logan
Buchvorlage: Brian Selznick
Laufzeit: 126 Minuten
FSK: ab 6 Jahre


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.2.

Leonardo Live

Erleben Sie die ausverkaufte, einzigartige Ausstellung "Leonardo da Vinci: Maler am Mailänder Hof" der Londoner National Gallery auf der Großbildwand in der Schauburg - im Rahmen limitierter Vorführungen ab dem 16. Februar 2012.

„Die Präsentation ist überwältigend, geheimnisvoll und ergreifend. Dass es überhaupt irgendwelche Bilder zu zeigen gibt, grenzt an ein Wunder“, schreibt die britische Tageszeitung The Guardian in ihrem Bericht über die Ausstellung. Fünf Sterne - „eine atemberaubende und wirklich außergewöhnliche Ausstellung“, „die großartigste Ausstellung des Jahrhunderts“ schwärmt die britische Tageszeitung The Daily Telegraph.
Die Menschen in Großbritannien haben täglich ab früh morgens Schlange gestanden, um eine der wenigen Restkarten für die Ausstellung zu ergattern. Die Karten wurden auf dem Schwarzmarkt für umgerechnet 530 EUR pro Stück weiterverkauft.

In einer für Kinobesucher absolut neuen Form haben Kunstliebhaber aus Karlsruhe und Umgebung die Gelegenheit, im Rahmen dieser Vorführung von ‚Leonardo live‘ auf Großbildwand eine noch nie gezeigte und historisch einmalige Ausstellung zu sehen, und zwar ganz bequem von ihrem Kinosessel aus. Die Ausstellung präsentiert die größte Anzahl von Gemälden Leonardo da Vincis, die je in einer einzigen Sammlung gezeigt wurden, einschließlich eines neuen, bisher noch nicht ausgestellten Gemäldes von da Vinci. Die Aufzeichnung erfolgte am Abend der Ausstellungseröffnung im November 2011 - die Kinovorführungen im Februar werden zusätzliches Bonusmaterial beinhalten.

‚Leonardo live‘ wird von dem Kunsthistoriker Tim Marlow und der Moderatorin Mariella Frostrup moderiert; die beiden führen durch die Ausstellung, gehen dabei detailliert auf die einzelnen Gemälde der Ausstellung ein und führen Gespräche mit besonderen Gästen und Kunstexperten.

Nutzen Sie die einmalige Gelegenheit, die Gemälde aus nächster Nähe auf der Großbildleinwand zu sehen. Die genauen Termine werden Anfang Januar veröffentlicht werden.


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.2.

Extrem laut und unglaublich nah

Verfilmung des Bestsellers von Jonathan Safran Foer um einen Jungen, dessen Vater beim Terrorangriff 9/11 stirbt.

Der neunjährige Oskar Schell ist mit seinen jungen Jahren ein kleines Multitalent: Erfinder, Astrophysiker, Goldschmied und vieles mehr. Und er hat gerade seinen Vater bei den Anschlägen des 11. Septembers verloren. In dem Nachlass des Vaters findet Oskar einen Schlüssel, der einfach nirgendwo passen will. Also macht er sich auf die Suche durch ganz New York und das Leben seines Vaters, um die Antwort auf das Rätsel seines Todes zu finden. Dabei kommt auch die traumatisierende Vergangenheit seines Großvaters ans Licht, der im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombardement in Dresden seine Verlobte verloren hat.

Mit seinem gleichnamigen, traurig-schönen Vater-Sohn-Drama hat Autor Jonathan Safran Foer bereits weltweit die Leser begeistert. Nun wurde die Geschichte, wie auch bereits sein Roman "Alles ist erleuchtet", verfilmt. Regie führte Stephen Daldry ("Der Vorleser"), für den epische Stoffe kein Neuland sind. Bekannte Gesichter wie Sandra Bullock, Tom Hanks oder John Goodman sorgen für ein emotionales Kinoerlebnis, das jedoch nicht zuletzt der kindlichen, gutgläubigen Perspektive des kleinen Oskar, gespielt von Jungdarsteller Thomas Horn, zu verdanken ist..

USA 2011;
Regie: Stephen Daldry;
Darsteller: Tom Hanks, Sandra Bullock, Thomas Horn


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.2.

Sommer auf dem Land

Bogdan ist ein international gefeierter Konzertpianist, doch nach dem Tod seiner Frau Iza kehrt er der großen Bühne den Rücken. Er zieht sich auf den beschaulichen Bauernhof seiner Mutter zurück. In dem kleinen Dorf an der Ostsee haben er und seine Frau sich bereits als Kinder am Strand die ewige Liebe geschworen. Jetzt ist alles anders, Iza ist gegangen. Und Bogdan ergibt sich mit reichlich Alkohol seinem Schicksal, unfähig sein normales Leben wieder aufzunehmen. Doch seine resolute Mutter hat ihr eigenes Rezept den Verzweifelten aus seiner Lethargie zu befreien: Die Renovierung des maroden Hofes und die harte Stallarbeit. Eines Tages macht Bogdan eine alles verändernde Entdeckung. Ausgerechnet eine überraschend musikalische Milchkuh holt Bogdan zurück ins Leben. Eine Entwicklung, die seine Familie und Freunde fassungslos macht. Als Bogdan dann auch noch ein großes Dorffest veranstaltet, überschlagen sich die Ereignisse …

„Sommer auf dem Land“ ist ein tragikomischer Film über die Liebe, Leben und Loslassen. Bewusst setzt diese herrlich skurrile Geschichte auf Komik und Tragik, mit allen feinen Zwischentönen, wie im echten Leben…. In einer einzigartigen warmen und herzlichen Stimmung erzählt der Regisseur Radek Wegrzyn wie das Leben trotz Schmerz und Trauer immer weiter geht und welche merkwürdigen Abzweigungen dieser Weg haben kann. Dabei knüpft „Sommer auf dem Land“ an die Traditionen osteuropäischer Filme an, indem mit großartigem Humor die Schwere und Leichtigkeit des Lebens vereint wird.

Deutschland, Polen u.a. 2011
Regie: Radoslaw Wegrzyn
Darsteller: Zbigniew Zamachowski, Agata Buzek, Antoni Pawlicki
Laufzeit: 93 Minuten
FSK: ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.2.

Die Thomaner

Dokumentation über den Thomanerchor in Leipzig anlässlich dessen 800. Jubiläums im Jahr 2012.

Der neunjährige Johannes träumt davon, im weltberühmten Thomanerchor mitzusingen. Zu seiner Freude besteht er die Aufnahmeprüfung und wird fortan ein Jahr lang von der Kamera in seinem Internatsalltag begleitet. Zwischen Heimweh und den anstrengenden, disziplinierten Proben, zwischen Schule und knapper Freizeit, in der auch mal Playstation gespielt werden darf, arbeiten rund 100 Jungen und junge Männer unter der Leitung des fordernden Thomaskantors Georg Christoph Biller unter anderem auf eine Tournee durch Südamerika hin.

Anlässlich des 800-jährigen Jubiläums des altehrwürdigen Thomanerchors haben die Regisseure Paul Smaczny und Günter Atteln gut 300 Stunden Drehmaterial gesammelt, um den Choralltag in all seinen vielschichtigen Facetten einzufangen und nicht zuletzt zu beweisen, dass es sich hier nicht um angestaubte Traditionspflege handelt, sondern um ein mit der Gegenwart Schritt haltendes Stück Musikgeschichte. Ein besonders emotionales Ereignis erlebt der Zuschauer, als es nach dem bestandenen Abitur für die Absolventen heißt, Abschied zu nehmen.

Dokumentarfilm, Deutschland 2012
Regie: Paul Smaczny, Günter Atteln
Drehbuch: Günter Atteln
Kamera: Michael Boomers, Christian Schulz
Laufzeit: 113 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 23.2.

Glück

Drama nach einer Kurzgeschichte aus "Verbrechen" von Ferdinand von Schirach. Eine junge Prostituierte und ein Punk verteidigen ihr in Berlin gefundenes kleines Glück.

Zwei junge Menschen in Berlin, die weder Halt noch Orientierung haben: Die junge Kriegsflüchtige Irina hat es nach Berlin verschlagen, wo sie sich als Prostituierte über Wasser halten muss. Der traumatisierte Punk Kalle ist obdachlos. Die beiden finden zueinander und schaffen es sogar, sich in einer gemeinsamen Wohnung, in der Irina ihre Freier empfängt, ein bescheidenes Leben aufzubauen. Als einer von Irinas Kunden plötzlich tot zusammenbricht, beschließt das junge Paar nach anfänglicher Panik, für sein Glück zu kämpfen.

Bei Doris Dörries neuester Drehbuch- und Regiearbeit handelt es sich um die Verfilmung einer Geschichte aus Ferdinand von Schirachs erfolgreichem Erzählband "Verbrechen", der allein in Deutschland über 450.000 Mal verkauft wurde und als Übersetzungsvorlage bereits in 30 Ländern liegt. Eine außergewöhnliche, einfühlsame und fesselnde Liebesgeschichte, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann - und damit genau Doris Dörries Herangehensweise an Filmstoffe entspricht.

Deutschland 2011
Regie und Buch: Doris Dörrie
Buchvorlage: Ferdinand von Schirach
Darsteller: Alba Rohrwacher, Vinzenz Kiefer, Matthias Brandt



Voraussichtlich ab Donnerstag 23.2.

Young Adult

Mit 37 Jahren hat Mavis Gary nicht viel vorzuweisen. Sie ist frisch geschieden, ihre Buchreihe für Teenagerinnen soll eingestellt werden, sie lässt sich gehen und stürzt allabendlich ab. Als sie von ihrer Jugendliebe Buddy, der in dem Kaff Mercury geblieben ist, während sie den Schritt nach Minneapolis gewagt hat, eine E-Mail erhält, in der er die Geburt seines Kindes verkündet, bildet sie sich ein, alte romantische Bande aufleben zu lassen und ihn aus seinem tristen Leben zu befreien. In Mercury kommt allerdings alles ganz anders.

Nach "Juno" arbeiten Regisseur Jason Reitman und Drehbuchautorin Diablo Cody erneut zusammen. Tonal und inhaltlich erinnert der Film aber eher an Reitmans "Up in the Air": Komische und ernste Momente halten sich die Waage in diesem stimmigen und nachdenklichen Film, es gibt kein bequemes Happy End. Nicht viel einfacher macht es dem Zuschauer die gefallene Antiheldin im Mittelpunkt der Handlung, von Charlize Theron so perfekt gespielt, dass man hinter ihrer arroganten Fassade ein waidwundes Herz ganz laut schlagen hört.

USA 2011
Regie: Jason Reitman
Drehbuch: Diablo Cody
Darsteller: Charlize Theron, Patton Oswalt, Patrick Wilson
Laufzeit: 94 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 23.2.

In the Land of Blood and Honey

Das Regiedebüt von Angelina Jolie: Drama um einen Soldaten und eine Frau, die sich auf gegnerischen Seiten im Bosnienkrieg wiederfinden.

Der Film IN THE LAND OF BLOOD AND HONEY spielt vor dem Hintergrund des Bosnienkrieges, der zwischen 1992 und 1995 die Balkanstaaten auseinanderriss. Er erzählt die Geschichte von DANIJEL (Goran Kostić) und AJLA (Zana Marjanović), die auf entgegengesetzte Seiten eines brutalen ethnischen Konflikts geraten. Danijel ist bosnischer Serbe, er arbeitet bei der Polizei. Ajla ist Bosniakin, eine bosnische Muslimin also, und Künstlerin. Danijel und Ajla sind vor dem Krieg ein Paar, aber die Gewalt, die das Land überrollt, macht auch vor ihrer Beziehung nicht halt. Nur ein paar Monate nach Kriegsbeginn wird Daniel Soldat, ausgerechnet im Regiment seines Vaters NEBOJSA VUKOJEVICH (Rade Šerbedžija), eines Generals in der Armee der serbischen Republik (VRS). Danijel trifft Ajla erst wieder, als Soldaten unter seinem Kommando sie, ihre Schwester LEJLA (Vanesa Glodjo) und deren Baby aus Ajlas Apartment treiben. Ajla wird zur Gefangenen von Danijel. Spätestens jetzt nimmt die Liebe des Paares Schaden. Die beiden gehören zu gegnerischen Fronten. Sie wissen weder, ob sie dem anderen trauen können, noch, wo ihre eigenen Loyalitäten liegen.

Man weiß von Angelina Jolie, dass sie sich auf politischer Ebene massiv für humanitäre Belange einsetzt. Dies unterstreicht die mehrfach preisgekrönte amerikanische Schauspielerin nun auch künstlerisch. IN THE LAND OF BLOOD AND HONEY zeigt den ungeheuren emotionalen, physischen und moralischen Tribut, den der Krieg von den Menschen fordert. Und er zeigt, was es für Konsequenzen haben kann, wenn die Politik nicht den Willen aufbringt, eine Gesellschaft zusammenzuhalten. Dass die Völkerverständigung in Bosnien-Herzegowina inzwischen wieder klappt, beweist der Film selbst: Angelina Jolie hat ihr Team und ihre Schauspieler aus Serben, Kroaten und Bosniaken ausgewählt, die liebevoll zusammen arbeiteten.

USA 2011
Regie und Buch: Angelina Jolie
Darsteller: Rade Serbedzija, Zana Marjanovic, Goran Kostic
Laufzeit: 127 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 23.2.

¡Vivan las Antipodas!

Zwei Brüder arbeiten an einer Brücke im Niemandsland in Argentinien, eine Aufgabe, die sie von ihrem Vater geerbt haben. Während ihre Brücke von nur wenigen Autos genützt wird, herrscht auf der genau gegenüberliegenden Seite der Erde, der Antipode, mehr als reger Betrieb. In der Metropole Shanghai drängen sich Fahrräder, Mopeds und Autos auf eine Fähre. Ein Stück neuseeländischer Küste mit gestrandetem Wal, ein Vulkangebiet auf Hawaii, kaum bewohnte Gebiete in Spanien, Botswana, Chile und am Baikalsee sind ebenfalls Antipoden zueinander.

Die für den Europäischen Filmpreis nominierte Doku ist ein Fest fürs Auge. Der russische Regisseur und Kameramann Victor Kossakowski setzt urtümliche Landschaften ins Zentrum, ihre Bewohner, oft skurrile Einsiedler, und ihr Alltag sind eher Beiwerk, sorgen für Humor. Die Übergänge zwischen den Orten sind assoziativ, manchmal begleitet vom selben Musikstück. Weitgefasste Themen wie der Naturkreislauf Leben und Sterben oder Umweltzerstörung werden angerissen, aber nicht näher ausgeführt.

Dokumentarfilm, Deutschland, Niederlande u.a. 2011
Regie: Victor Kossakowski
Kamera: Victor Kossakowski
Laufzeit: 108 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 1.3.

Die eiserne Lady

Meryl Streep brilliert als Ex-Premierministerin Margaret Thatcher in Phyllida Lloyds elegant gestaltetem Biopic, das den Menschen hinter der Politikerin sichtbar macht.

Die Anfänge als Lokalpolitikerin in einem Bezirk Nordlondons sind für Margaret Thatcher schwer. Die männlichen Kollegen nehmen sie nicht ernst, erste politische Gehversuche scheitern. Doch dann wird sie 1961 Parlamentssekretärin, ein Posten als Ministerin folgt. 1979 avanciert sie zur ersten weiblichen Ministerpräsidentin Großbritanniens, ein Amt das sie bis 1990 bekleidet. An ihrer Seite steht Ehemann Denis, Vater ihrer Zwillinge, Liebhaber, Berater und Stütze. Als sie 1982 Argentinien nach der Besetzung der Falklandinseln den Krieg erklärt, erhöht sich der politische Druck auf sie.

Eine 30-jährige (Polit-)Karriere komprimieren Regisseurin Phyllida Lloyd ("Mamma Mia!") und ihre vorzügliche Drehbuchautorin Abi Morgan ("Shame") auf 105 Minuten. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt das elegant gestaltete Biopic, das den Menschen hinter der Politikerin sichtbar macht. Nostalgische Sepiabilder für das Gestern, verwaschene, kalte Aufnahmen für das Heute. Dazu Wochenschauclips, verwegene Kamerawinkel, hohes Tempo, eine furiose Montage und mittendrin bestechen als Paar Oscar-Preisträgerin Meryl Streep und Jim Broadbent. Großes Schauspielerkino.

Großbritannien 2011
Regie: Phyllida Lloyd
Darsteller: Meryl Streep, Jim Broadbent, Iain Glen
Laufzeit: 105 Minuten


Voraussichtlich ab Montag 5.3.

Schulkinowochen BW 2012 (05.03. bis 14.03.2012)

SCHULKINOWOCHEN - DAS KINO WIRD ZUM KLASSENZIMMER

Erleben und Lernen im Kino - unter diesem Motto steht auch wieder die sechste SchulKinoWoche Baden-Württemberg, die vom 05. bis zum 14. März 2012 stattfinden wird. Bei den SchulKinoWochen findet der Unterricht im Kino statt. Jährlich können Schulklassen aller Schulformen und Klassenstufen Kinovorstellungen zu vergünstigten und einheitlichen Sonderpreisen in einem Kino in ihrer Nähe besuchen. Die SchulKinoWochen sind ein Projekt von VISION KINO in Kooperation mit zahlreichen Partnern unter Beteiligung der Bildungs- und Kultusministerien der Länder und der Filmwirtschaft.

Das von Medien- und Filmpädagogen/innen ausgesuchte Filmprogramm ist abgestimmt auf Unterrichtsfächer und lehrplanrelevante Themen. Das Filmangebot reicht von Kinder- und Jugendfilmen, aktuellen Spielfilmen über Literaturverfilmungen, Animationsfilmen, Biopics bis hin zu Dokumentarfilmen und Filmklassikern. Gefragt sind dabei die filmische Auseinandersetzung und die Förderung von Filmkompetenz der Schülerinnen und Schüler. Damit die Filme aus dem Programm der SchulKinoWochen optimal im Unterricht vor- und nachbereitet werden können, stehen kostenfreie Unterrichtsmaterialen diverser Institutionen zur Verfügung.

SKW-PROGRAMM IN DER SCHAUBURG

Ab Klasse 1:
→ Hexe Lilli - Die Reise nach Mandolan
→ Sammys Abenteuer – Die Suche nach der geheimen Passage (2D)

Ab Klasse 2:
→ Der kleine Nick

Ab Klasse 3:
→ Drachenzähmen leicht gemacht (2D)
→ Der Indianer
→ L’avion – Das Zauberflugzeug
→ E.T.- Der Außerirdische

Ab Klasse 5/6:
→ Serengeti (2010)
→ Tom Sawyer

Ab Klasse 7/8:
→ Taste the Waste
→ Der Junge im gestreiften Pyjama
→ The Social Network

Ab Klasse 9:
→ Anonymus
→ The King’s speech (deutsche Fassung)
→ Unter Kontrolle

Ab Klasse 11:
→ Der große Crash – Margin Call

Die genauen Spielzeiten der einzelnen Filme finden Sie in Kürze unter dem Reiter „Specials“ und ebenso auf den Filmbeschreibungen unserer Homepage.


Voraussichtlich ab Donnerstag 8.3.

Schilf - Alles, was denkbar ist, existiert

Die Physiker Sebastian und Oskar wurden an der Uni zu besten Freunden, ein unzertrennliches Duo, der eine pragmatisch und etwas linkisch, der andere genial und elegant. Doch nach heftigen fachlichen Auseinandersetzungen und nachdem Sebastian geheiratet und einen Sohn bekommen hat, ist ihre Beziehung abgekühlt, sehen sich die beiden nur noch selten. Da wird Sebastians Sohn entführt. Der Junge werde freigelassen, wenn Sebastian einen Mord begeht, wird anonym gefordert. Sebastian sucht verzweifelt Hilfe bei seinem alten Freund.

Beim psychologischen Krimi um zwei miteinander konkurrierende Jugendfreunde nach dem gleichnamigen Roman von Bestsellerautorin Juli Zeh schwingt Mystery und Philosophie mit. Mit u.a. Mark Waschke und Stipe Erceg hat Regisseurin Claudia Lehmann renommierte Darsteller gefunden, die ihren unter Druck stehenden und in Gewissensnöten steckenden Figuren Glaubwürdigkeit verleihen können. Die Spannung baut sich bis zum Höhepunkt kontinuierlich auf.

Deutschland 2012;
Regie: Claudia Lehmann
Darsteller: Mark Waschke, Stipe Erceg, Bernadette Heerwagen
Laufzeit 90 Minuten
FSK: 12


Voraussichtlich ab Donnerstag 15.3.

Der Schnee am Kilimandscharo

Marseille, im Arbeiterviertel L'Estaque: Michel, ein leitender Hafenarbeiter, muss eines Tages mehrere Mitarbeiter entlassen. Aus Solidarität entlässt er sich selbst gleich mit. Die Anerkennung seiner Mitmenschen ist ihm sicher, und so wird ihm und seiner Frau auf einer Feier ein hoher Geldbetrag geschenkt, mit dem das Ehepaar sich den lang gehegten Wunsch einer Reise nach Afrika erfüllen will. Das Geld wird ihnen jedoch bei einem Überfall gestohlen. Was anfangs nach einem Zufall aussieht, stellt sich als geplante Tat heraus - von einem der Partygäste.

Der neue Film des französischen Regisseurs Robert Guediguian ("Marius und Jeannette"), der im Jahr 2011 den Lux-Filmpreis des EU-Parlaments erhalten hat, spiegelt nicht nur die linke politische Gesinnung des Filmemachers wider, sondern hinterfragt auch das Verständnis von Gerechtigkeit. Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Erzählung von Ernest Hemingway und deren Verfilmung von 1952, geht es hier um grundlegende moralische Werte der Gesellschaft, wie etwa was es bedeutet, für etwas oder jemanden einzustehen.

Frankreich 2011
Regie: Robert Guédiguian
Darsteller: Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan
Buchvorlage: Victor Hugo