Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Donnerstag 4.8.
Maggies Plan
Julieta
voraussichtlich ab Donnerstag 11.8.
Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft
voraussichtlich ab Donnerstag 18.8.
Captain Fantastic
Alles was kommt
Suicide Squad (englische Originalfassung)
voraussichtlich ab Donnerstag 25.8.
El Olivo - Der Olivenbaum
Die fast perfekte Welt der Pauline
Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel
voraussichtlich ab Donnerstag 8.9.
Der Landarzt von Chaussy
voraussichtlich ab Donnerstag 22.9.
24 Wochen

Voraussichtlich ab Donnerstag 4.8.

Maggies Plan

Maggie hat einen Plan: sie wünscht sich ein Kind – einen Vater sieht der Lebensentwurf der Mittdreißiger New Yorkerin dabei jedoch nicht vor. Lange Beziehungen sind nun einmal nicht so ihr Ding, aber wer braucht heutzutage noch einen Mann, um glückliche Mutter zu sein? Ein geeigneter Samenspender ist schnell gefunden, doch kurz bevor Maggie ihren Plan in die Tat umsetzen kann, steht John vor der Tür, enttäuscht von seiner eingefahrenen Ehe mit der erfolgreichen und selbstbezogenen Georgette, bereit mit Maggie einen Neuanfang zu wagen.

Wo die meisten Romantikkomödien enden, geht es bei MAGGIE’S PLAN erst richtig los: Drei Jahre später ist Maggie zwar glückliche Mutter, jedoch mehr und mehr unzufrieden und gefangen im Alltag ihrer Beziehung mit John und dessen endlosen Telefonaten mit Ex-Frau Georgette. Ein neuer Plan muss her…

Regisseurin Rebecca Miller gelingt mit MAGGIE’S PLAN eine spritzige Komödie über zwei Frauen und die Irrungen und Verwirrungen der Liebe und Selbstverwirklichung inmitten der akademischen New Yorker Großstadt-Gesellschaft. Zum wunderbaren Ensemble des Films gehören u.a. Julianne Moore, Greta Gerwig (Frances Ha) und Ethan Hawke. MAGGIE’S PLAN verzauberte bereits auf dem Toronto International Film Festival im September 2015.

USA 2015
Regie: Rebecca Miller
Darsteller: Greta Gerwig, Julianne Moore, Ethan Hawke


Voraussichtlich ab Donnerstag 4.8.

Julieta

Julieta (Emma Suárez) führt mit ihrem Lebensgefährten Lorenzo (Darío Grandinetti) eine glückliche, scheinbar gefestigte Beziehung. Doch gerade als das Paar Madrid verlassen und nach Portugal ziehen will erreicht Julieta eine Nachricht: Zum ersten Mal seit Jahren bekommt sie ein Lebenszeichen ihrer Tochter Antía, die einst, mit 18 Jahren, verschwand, vor ihrer Mutter flüchtete, vor den Erinnerungen an einen schweren Verlust. Eigentlich hatte Julieta geglaubt, den Verlust ihrer Tochter verarbeitet zu haben, doch nun reißen alte Wunden aufs schmerzlichste wieder auf. Sie bleibt in Madrid zurück, streift durch die Stadt, sucht Orte der Erinnerung an Antía auf und beginnt sich zu erinnern: Als junge Frau (nun gespielt von Adriana Ugarte) lernte sie auf einer Zugfahrt Xoan (Daniel Grao) kennen, verliebte sich und bekam Antía. Am Meer lebte die Kleinfamilie in scheinbar unzerstörbarem Glück, doch die Schatten der Vergangenheit belasten die Liebe: Während Julieta im Zug einem älteren Mann ein Gespräch verweigert hatte, dessen anschließender Selbstmord ihr Schuldgefühle bereitet, lag Xoans erste Frau noch im Koma, als er Julieta kennen lernte. Welche Gründe Antía nun ihrerseits für ihr Verschwinden hatte, begreift Julieta nur langsam.

Strukturell ähnelt der Plot von „Julieta“ etlichen früheren Filmen Perdo Almodóvars: Verwickelt, verschachtelt erzählt, von geradezu schicksalshaften Zufällen geprägt. Und doch ist vieles anders: Weder das exaltiert Überdrehte der früheren Grotesken finden sich hier, noch übersinnliche, metaphysische oder schlichtweg bizarre Wendungen späterer Filme. So realistisch und zurückgenommen wie in „Julieta“ war noch kein Film von Almodóvar, was sicherlich auch der literarischen Vorlage zu verdanken ist. Hier schwelgt Almodovár einmal mehr in atemberaubendem Farbdesign, erzählt allein durch den Einsatz von mal grell roten, dann kühl blauen Kostümen und Accessoires alles über den Wandel von Julietas Gemütszustand und betont zudem immer wieder den Gegensatz zwischen Madrid und Meer. Bei aller äußeren filmischen Brillanz geht es Almodóvar jedoch wie stets um einen Blick in die Psyche der Menschen, vor allem die der Frauen, ihrer Rolle in der Gesellschaft, den Vorwürfen, denen sie ausgesetzt sind. Dieses zutiefst innere Empfinden so eindrucksvoll auf die Leinwand gebracht zu haben, macht „Julieta“ zu so einem besonderen filmischen Erlebnis.

Spanien 2015
Regie: Pedro Almodóvar
Buch: Pedro Almodóvar, nach Erzählungen von Alice Munro
Darsteller: Emma Suárez, Adriana Ugarte, Daniel Grao
Laufzeit: 110 Minuten
FSK: 6


Voraussichtlich ab Donnerstag 11.8.

Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft

Nach der Vorlage von A. Scott Bergs preisgekrönter Biografie „Max Perkins: Editor Of Genius“ präsentiert der britische Theaterregisseur Michael Grandage mit seinem Kinodebüt ein atmosphärisch dichtes Biopic über einen stürmischen Schriftsteller und dessen besonnenen Mentor – die Antwort, welcher der beiden tatsächlich das titelgebende Genie darstellt, bleibt bewusst dem Zuschauer überlassen. Dass der preisgekrönte Bühnenprofi Grandage ein gutes Händchen für seine Schauspieler hat, versteht sich fast von selbst, seinem exzellenten Ruf dürfte er das hochkarätige Ensemble für diesen Erstling verdanken. Jude Law gibt den extrovertierten Künstler bis hart an die Klischeegrenze, derweil Colin Firth bei seinem Portrait des sensiblen Lektors souverän auf maximalen Minimalismus setzt. Bis auf die letzte Szene trägt der Oscargewinner stets Hut – was nicht nur einen Eintrag ins Guinness-Buch wert sein sollte, sondern jener dramatischen Schlusssequenz einen ganz besonderen Kick verleiht. Ein geistreiches Arthaus-Drama über den Literaturbetrieb mit reichlich Unterhaltungswert!

GB / USA 2015
Regie: Michael Grandage
Darsteller: Colin Firth, Jude Law, Nicole Kidman, Laura Linney, Guy Pearce, Dominic West
Laufzeit: 104 Minuten
FSK: 6


Voraussichtlich ab Donnerstag 18.8.

Captain Fantastic

Geschickt schleichen sie durchs Unterholz, die Haare wild, die Gesichter mit bunter Kriegsbemalung verziert. Wie ein Spiel im Ferienlager wirkt es, was die sechs Kinder hier machen, bis sie einen Hirsch erlegen und fachkundig ausnehmen. Etwas später sitzt das Sextett zusammen mit seinem Vater Ben um das Lagerfeuer und diskutiert Themen, die von Philosophie bis Quantenphysik reichen. Nein, diese Familie ist alles andere als gewöhnlich. Abseits der Zivilisation hat Ben zusammen mit seiner Frau Leslie ein Idyll geschaffen, hat seine Kinder zu frei denkenden, unabhängigen Menschen erzogen, die nicht den Versuchungen des Konsum-Kapitalismus huldigen, die nicht Weihnachten feiern, sondern den Noam-Chomsky-Tag zelebrieren, die Nike nicht für eine Schuhmarke, sondern für die griechische Göttin des Sieges halten. Doch das Idyll droht zu scheitern: Leslie hat nach langer Krankheit Selbstmord begangen und soll entgegen den Wünschen ihres Testaments nach christlichem Ritus begraben werden...

Wie Matt Ross diese beiden Welten aufeinanderprallen lässt, ist zwar oft nicht subtil, meist kann man sich dem Charme von „Captain Fantastic“ jedoch nicht entziehen. Teenager, die lieber lesen als am Computer zu spielen, ein Vater, der jede noch so peinliche Frage seines sechsjährigen Sohns („Was ist eine Vagina?“ ist da noch harmlos) nicht mit den üblichen Ausflüchten, sondern mit absoluter Ehrlichkeit beantwortet, all das ist einfach zu schön anzusehen. Angesichts seiner individualistischen, konsumkritischen Haltung ist es kein Wunder, dass „Captain Fantastic“ beim Hipster-Festival in Sundance, aber auch beim sich gern links gebenden Festival von Cannes so gut ankam. Manchmal macht es Ross sich bei seiner utopischen Fantasie zwar etwas einfach, doch meist gelingt es ihm, den Charme dieser modernen Robinson-Familie zu zeigen, ohne ihm vollständig zu erliegen. Nur aus Büchern stammt das Wissen der Kinder über die Welt, nur in der Theorie sind sie geschult, von der Lebenspraxis sind sie dagegen schnell überfordert. Die Grenzen der Individualität zeigt Ross hier auf, die Schwierigkeit, innerhalb eines so gleichförmigem Systems wie dem Konsum-Kapitalismus einen eigenen Weg zu gehen. Wie Ben und seine Kinder diesen Spagat am Ende gelingt, ist ein wunderbarer Moment, der so einfach wirkt und angesichts der Verlockungen doch so unwahrscheinlich. - Eine Utopie eben, von der man sich wünschte, dass sie wahr wird.

USA 2016
Regie: Matt Ross
Darsteller: Viggo Mortensen, Frank Langella, George MacKay
118 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 18.8.

Alles was kommt

Nathalie (Isabelle Huppert), Ende 50, unterrichtet in Paris Philosophie, publiziert Aufsätze und lebt mit ihrem Mann Heinz (André Marcon) in gepflegten bürgerlichen Verhältnissen. Die beiden Kinder sind aus dem Haus, ihre Mutter Yvette (Edith Scob) neigt zur Hypochondrie (und besitzt eine Katze, die ausgerechnet Pandora heißt!), doch das scheint das einzige Problem in Nathalies Leben zu sein. Doch dann beginnt alles zu zerfallen: Heinz offenbart ihr, dass er eine andere Frau hat und sich trennen will, ihr Verlag will sich einem jüngeren Publikum zuwenden, denen die intellektuellen Texte Nathalies zu kompliziert sind, und ihre Mutter muss widerwillig zustimmen, endlich in ein Pflegeheim zu ziehen. Allein Nathalies ehemaliger Student Fabien (Roman Kolinka) sorgt für einen Lichtblick, scheint mit seiner selbstbewussten, von der Richtigkeit seiner Vorstellung überzeugten Art all das zu verkörpern, was Nathalie vermisst: Sicherheit, Souveränität, einen positiven Ausblick in eine ungewisse Zukunft.

Frankreich 2015
Regie & Buch: Mia Hansen-Love
Darsteller: Isabelle Huppert, André Marcon, Roman Kolinka, Edith Scob, Sarah Le Picard, Solal Forte
Laufzeit: 100 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung (ohne Altersbeschränkung)


Voraussichtlich ab Donnerstag 18.8.

Suicide Squad (englische Originalfassung)

It feels good to be bad … Man stellt ein Team aus den gefährlichsten derzeit einsitzenden Superschurken zusammen, rüstet sie mit dem schlagkräftigsten staatlich geprüften Waffenarsenal aus und schickt sie auf ein Himmelfahrtskommando, um einem rätselhaften, unüberwindlichen Wesen den Garaus zu machen: Die amerikanische Geheimagentin Amanda Waller ist überzeugt, dass nur eine heimlich instruierte Gruppe aus bunt zusammengewürfelten, zwielichtigen Gestalten vom Bodensatz der Gesellschaft diese Mission meistern kann – weil sie nichts zu verlieren hat. Doch schon bald merken die Mitglieder der Suicide Squad, dass sie nicht rekrutiert worden sind, weil sie eine Chance auf Erfolg haben – vielmehr sollen sie praktische Sündenböcke abgeben, wenn das Unternehmen unweigerlich scheitert. Wie aber reagieren sie auf diese Erkenntnis? Stellen sie sich der Aufgabe, um beim Versuch draufzugehen? Oder beschließen sie, dass jeder seine eigene Haut retten muss?

David Ayer schrieb und inszenierte den Film nach den Figuren aus den DC Comics. In den Hauptrollen spielen Oscar®-Kandidat Will Smith, Oscar-Preisträger Jared Leto, Margot Robbie, Joel Kinnaman und Oscar-Kandidatin Viola Davis. Weitere Hauptrollen übernehmen Jai Courtney, Jay Hernandez, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Ike Barinholtz, Scott Eastwood, Cara Delevingne, Adam Beach und erstmals Karen Fukuhara. Die Produktion verantworten Charles Roven und Richard Suckle, als Executive Producers sind Zack Snyder, Deborah Snyder, Colin Wilson und Geoff Johns beteiligt. Zu Ayers kreativem Team zählen Kameramann Roman Vasyanov („Herz aus Stahl“, „End of Watch“), Produktionsdesigner Oliver Scholl („Edge of Tomorrow“), Cutter John Gilroy („Pacific Rim“), Kostümdesignerin Kate Hawley (Trilogie „Der Hobbit“) und der für die visuellen Effekte verantwortliche Oscar-Kandidat Jerome Chen („Stuart Little“, „Herz aus Stahl“, „The Amazing Spider-Man“-Filme). Die Musik komponierte Oscar-Preisträger Steven Price („Gravity“).

USA 2016
Regie: David Ayer
Darsteller: Will Smith, Margot Robbie, Jared Leto
Laufzeit: 130 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 25.8.

El Olivo - Der Olivenbaum

Neben ihrem alternden Großvater Ramón liebt Alma nichts so sehr wie einen der alten, knorrigen Olivenbäume, der sich seit ewigen Zeiten im Besitz der Familie befand. Als Kind kletterte sie in seinen Ästen, versteckte sich in einem Loch im Stamm und ließ sich vom Großvater erklären, wie man mit Hilfe eines kleinen Zweiges einen Ableger zieht. Doch der Baum ist längst verschwunden, im Zuge der Wirtschaftskrise zu Geld gemacht, das aber längst in einem Projekt verbrannt ist. Der Großvater lebt immer noch mit seiner Familie auf der Farm, mit seinen Kindern und Enkeln, doch zunehmend macht das Alter ihm zu schaffen. Immer häufiger wandert er ziellos durch die Gegend, auf der Suche nach dem Olivenbaum, wie allein Alma spürt. Schnell macht sie per Internet den aktuellen Standort des Baums ausfindig: Eine Bank in Düsseldorf, die den Baum sogar als Signet benutzt. Kurzentschlossen überredet Alma ihren Onkel und ihren Verehrer, sich auf die Reise nach Deutschland zu machen. Wie genau sie den Baum zurückbekommen will, weiß sie zwar noch nicht, aber wo ein Wille ist, scheint auch ein Weg zu sein.

Es überrascht nicht zu lesen, dass der englische Autor Paul Laverty das Drehbuch zum Film seiner Lebensgefährtin Icíar Bollaín geschrieben hat, ist Laverty doch vor allem für seine Drehbücher zu sozial engagierten Filmen von Ken Loach bekannt. Auch wenn die Darstellung der spanischen Region Castellon, ihrer Wirtschaftsprobleme und zunehmend industrialisierten landwirtschaftlicher Betriebe Anzeichen von Sozialrealismus trägt, ist die Geschichte vom ersten Moment an von märchenhaften Zügen geprägt. Wie eine weibliche Version von Don Quijote wirkt die ebenso burschikose wie rechtschaffene Alma, wenn sie mit einem riesigen Lastzug durch Europa fährt, eine symbolische Freiheitsstatue im Gepäck, um das Unmögliche möglich zu machen. Der symbolische Feldzug gegen die europäische Austeritätspolitik, die auch Spanien dazu genötigt hat, seine Vergangenheit, seine Traditionen zu verkaufen, nimmt in Icíar Bollaíns Inszenierung legendenhafte Züge an. Manchmal tragen Bolláin und Laverty dabei etwas dick auf, sind zu sehr überzeugt von der Rechtschaffenheit ihres Anliegens und vergessen darüber die Glaubwürdigkeit ihrer Figuren und Geschichte. Etwas rührselig ist "El Olivo - Der Olivenbaum" dadurch geraten und ist am Ende vor allem ein engagiertes, wohlmeinendes Sozialmärchen.

Spanien, Deutschland 2016
Regie: Icíar Bollaín
Darsteller: Anna Castillo, Javier Gutiérrez, Pep Ambrós
98 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 25.8.

Die fast perfekte Welt der Pauline

Auf den abreissbaren Inseratkopien, die sie an Laternenpfähle ihrer bretonischen Kleinstadt klebt, bezeichnet sie sich als „beinahe professionelle“ Geigerin. Nachgefragt wird die Ende 30-jährige Pauline aber vor allem als Alleinunterhalterin zur Bespaßung junger bis alter Gruppen. Im Gewand des heroischen Jedi-Ritters ist Pauline eines Tages unterwegs, um kurzfristig an einen Auftritt bei einem Kindergeburtstag noch eine Zusatzschicht beim Seniorenverein dranzuhängen. Die etwas schusselige Musikerin verfährt sich auf dem Weg dorthin allerdings und erschreckt in ihrer Not dann ausgerechnet jenen Mann, der ihr vielleicht den richtigen Weg hätte zeigen können, derart, dass der in eine Baugrube stürzt und ins Koma fällt. Pauline fühlt sich schuldig, besucht den Unglücksraben im Krankenhaus, wo sie sich als dessen Cousine ausgibt. Bald zieht sie auch in dessen Wohnung ein und kann ihn als Lehrer an der örtlichen Musikschule ersetzen. Das Leben für sie läuft in dieser Phase nahezu perfekt, auch wenn sie aufpassen muss, sich nicht in Widersprüche zu verstricken...

Auch wenn Pauline auf halbwegs voraussehbaren Pfaden wandelt, so heißt das nicht, dass man sich mit ihrer Situation nicht doch auch identifizieren könnte und auf ein möglicherweise romantisches Ende für sie hoffen würde. Gerade in diesem Belang erweist sich Isabelle Carré („Die Sprache des Herzens“, „Die anonymen Romantiker“) als sehr gute Besetzung für eine sensible und unsichere Frau, die trotz kleinerer Macken sympathisch scheint und noch immer nach dem Platz in ihrem Leben sucht, sich darin aber bewegt wie ein weiblicher Pierre Richard. An eine poetische Grundstimmung dockt der Film nicht zuletzt auch mit seinem deutschen Titel an, erinnert der doch ein wenig an „Die wunderbare Welt der Amélie“, was sich auch in der verspielt-verträumten Filmmusik äußert. Erinnerungen weckt „Die fast perfekte Welt der Pauline“ (im französischen Original heißt sie Perrine) aber auch an die US-Produktion „Während Du schliefst“ von Jon Turteltaub aus dem Jahr 1995. Damals wachte Sandra Bullock als vermeintliche Verlobte am Bett eines ins Koma gefallenen Mannes, den sie nach einem Sturz auf ein Zuggleis rettete. Der Fokus lag hier allerdings mehr auf dem romantischen Moment denn wie hier in Marie Belhommes leichter Sommerkomödie auf den komischen Situationen, in denen sich die Hauptfigur aufgrund ihres Charakters im Grunde eher unfreiwillig hineinmanövriert.

Frankreich 2015
Regie: Marie Belhomme
Darsteller: Isabelle Carré, Carmen Maura, Philippe Rebbot, Nina Meurisse, Laurent Quere
Laufzeit: 81 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 25.8.

Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel

Was wären wir ohne die Liebe? Mal verzaubert sie uns, mal lässt sie uns verrückt spielen, mal bringt sie uns zum Lachen und dann wieder zum Weinen. Sie macht uns stark und manchmal ganz schwach, doch eigentlich tun wir alles für sie – denn ohne sie wäre alles nichts. So wie für Sandy (Jennifer Aniston), die seit Jahren von Henry (Timothy Olyphant) geschieden ist, aber irgendwie immer noch hofft, dass er zu ihr zurück findet. Wäre da nicht Henrys Neue, Tina (Shay Mitchell), die mit ihren gefühlten Anfang 20 selbst Sandys Söhne auf dumme Gedanken bringt. Oder Jesse (Kate Hudson) und Gabi (Sarah Chalke), die ihren Eltern schon seit Jahren verheimlichen, dass Jesses Mann Russell (Aasif Mandvi) Inder und Gabis Frau Max (Cameron Esposito) gar kein Mann ist. Bis die Eltern nach Jahren plötzlich vollkommen überraschend vor der Tür stehen – und durch eine kunstvolle Scharade der Schwestern endlich verstehen lernen, dass die Liebe viele verschiedene Wege gehen kann. Bradley (Jason Sudeikis) wiederum versucht, seit dem Tod seiner Frau als „Mister Mom“ bei seinen Teenie- Töchtern zu punkten – stolpert aber von einem Fettnapf in den nächsten. Auch Kristin (Britt Robertson) und Zack (Jack Whitehall) lieben sich über alles. So oft schon hat Zack um ihre Hand angehalten, doch Kristin kann ihr Ja-Wort erst geben, wenn sie ihre leibliche Mutter gefunden hat. Aus Mirandas (Julia Roberts) Leben dagegen scheint die Liebe vollkommen verschwunden. Als Jugendliche hat sie ihr Herz hoffnungslos verloren, heute verkauft sie als Star des lokalen Home-Shopping-Kanals magische Steine. Nur die Magie in ihrem eigenen Leben, die scheint sie nicht mehr zu finden. Denn genau: Was wären wir ohne die Liebe? Mal verzaubert sie uns, mal lässt sie uns verrückt spielen… und was wir aus ihr machen, das liegt allein in unserer Hand!

Turbulent, witzig und mit ganz viel Herz: der erst kürzlich verstorbene Regisseur Garry Marshall erweist sich mit „Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel“ einmal mehr als Altmeister der Romantic Comedy. In sechs miteinander verwobenen Geschichten erzählt auch sein neuer Film von der Liebe, von all ihren Irrungen und Wirrungen und chaotischen Folgen, die das Leben erst so lebenswert machen. Nach „Pretty Woman“ und „Die Braut, die sich nicht traut“ findet Garry Marshall endlich wieder mit Julia Roberts zusammen, die hier erstmals gemeinsam mit Jennifer Aniston und Kate Hudson in einem Film zu sehen ist. In weiteren Rollen spielen zudem Jason Sudeikis, Britt Robertson, Timothy Olyphant, Shay Mitchell sowie „Pretty Woman“-Hotelconcierge Hector Elizondo als wiederum äußerst charmanter Sidekick.

USA 2016
Regie: Garry Marshall
Darsteller: Jennifer Aniston, Kate Hudson, Julia Roberts
Laufzeit: 119 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 8.9.

Der Landarzt von Chaussy



Dr. Jean-Pierre Werner (François Cluzet) ist seit über 30 Jahren Landarzt und in seiner Dorfgemeinschaft sehr beliebt. Für die Nöte und Sorgen seiner Patienten hat er immer ein offenes Ohr. Als er plötzlich selbst erkrankt, ist er gezwungen, eine Vertretung einzustellen. Diese kommt, schneller als ihm lieb ist, in Gestalt der attraktiven und selbstbewussten Dr. Nathalie Delezia (Marianne Denicourt). Aber Jean-Pierre, der sich für ziemlich unersetzbar hält, ist nicht bereit, sie ohne Umschweife als mögliche Nachfolgerin an seiner Seite zu akzeptieren. Und so muss sich Natalie seine Anerkennung und die der Dorfgemeinschaft erst hart erarbeiten. Doch nach und nach kommt unter der anfänglich rauen Oberfläche wahre Herzlichkeit zum Vorschein.

Mit seinem jüngsten Film DER LANDARZT – Ziemlich Unersetzlich zeichnet der gelernte Arzt und Regisseur Thomas Lilti ein authentisches und liebevolles Portrait eines Landarztes und seiner Patienten. Zugleich erzählt er subtil und humorvoll eine zutiefst menschliche Geschichte. In den Hauptrollen des charmanten Überraschungserfolgs aus Frankreich mit über 1,5 Millionen Besuchern, glänzen ZIEMLICH BESTE FREUNDE-Star François Cluzet und die bezaubernde Marianne Denicourt.

Frankreich 2016
Regie: Thomas Lilti
Darsteller: François Cluzet, Marianne Denicourt, Isabelle Sadoyan
102 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 22.9.

24 Wochen

Astrid lebt und liebt ihren Beruf als Kabarettistin mit Hingabe, während ihr Mann und Manager Markus sie ruhig und gekonnt unterstützt. Doch als die beiden ihr zweites Kind erwarten, läuft ihr gut durchorganisiertes Leben unerwartet aus dem Ruder: Bei einer Routineuntersuchung erfahren sie, dass ihr Kind schwer krank ist. Mit der gleichen Stärke, mit der sie bisher ihren Alltag in der Öffentlichkeit gemeistert haben, bereiten sich die Eltern in spe auf ein Leben mit einem behinderten Kind vor.

In ihrem an der Filmakademie Baden-Württemberg entstandenen Abschlussfilm erzählt Anne Zohra Berrached von einem Paar, überzeugend und lebensnah gespielt von Julia Jentsch und Bjarne Mädel, das vor einer schier unlösbaren Entscheidung steht. Bei den Dreharbeiten hat die Filmemacherin ihren Darstellern viel Freiraum gelassen, was diesen ermöglichte, gemeinsam eine Form zu finden, die Hyperrealismus und Drama nahtlos miteinander verbindet. Das Ergebnis ist eine eindringliche Verschmelzung von Fiktion und Realität.

Deutschland 2015
Regie: Anne Zohra Berrached
Darsteller: Julia Jentsch, Bjarne Mädel, Johanna Gastdorf
103 Minuten
ab 12 Jahren