Forget about Nick

Im Edelambiente eines New Yorker Luxusappartements streiten zwei Frauen um und über den gemeinsamen (abwesenden) Ex-Mann. Ein klug unterhaltendes Kinodrama aus der Feder der „Hannah Arendt“-Autorin Pam Katz.

Die Germanistin Maria (Katja Riemann) und das 40-jährige Model Jade (Ingrid Bolsø Berdal) ticken zwar recht unterschiedlich, teilen mit Nick (Haluk Bilginer) aber denselben Exmann. Vor einigen Jahren verließ der reiche Playboy seine erste Frau Maria für die jüngere Jade, die nun wiederum einer Jüngeren weichen musste. Laut Ehevertrag genießen beide Exfrauen ein Wohnrecht in Nicks New Yorker Loft, was beide in Anspruch nehmen. Streit lässt in der ungeliebten Wohngemeinschaft freilich nicht lang auf sich warten. Jade will die Wohnung verkaufen, um den Erlös in ihre Modeagentur zu stecken, Marie hingegen möchte weiterhin dort leben, zumindest bis sie einen Job gefunden hat. Allmählich arrangieren sich die Frauen miteinander, doch als Marias Tochter Antonia (Tinka Fürst) samt Enkel Paul (Vico Magno) zu Besuch kommt, werden die Karten neu verteilt.

Der von Haluk Bilginer („Winterschlaf“) gespielte doppelte Exmann bleibt als gealterter Don Juan eine Hintergrundfigur. Wie in ihren bisherigen Filmen konzentriert sich Margarethe von Trotta auf die Frauenfiguren und erzählt das Drama aus weiblicher Perspektive. Dabei springen ein paar zeitgeistige Themen heraus, etwa der Jugendwahn, den Jade mit ihrer Modeagentur bekämpfen will, oder die Herausforderung, Familie und Beruf zu vereinen. Nach ihrer Mutterschaft findet die promovierte Maria keinen Job mehr, während die karrierefixierte Jade ihre Kinderlosigkeit unterschwellig zu bereuen scheint. Zumindest legt das der Moment nahe, in dem Jade andächtig mit Duplo-Steinen spielt, die Marias Enkel auf der Couch hinterlassen hat. „Forget About Nick“ schickt zwei Frauen mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen über ein gelungenes Leben auf Kollisionskurs und lässt uns amüsiert daran teilhaben, wie sich Ingrid Bolsø Berdal als Jade und Katja Riemann als Maria einen verbissenen Schlagabtausch par excellence liefern. Wie Margarethe von Trotta die beiden Streitenden im Irrgarten ihrer Gefühle zwischen Kränkung und Kampfansage agieren lässt, das ist bewegend, klug und ziemlich komisch.

Deutschland 2017
Regie: Margarethe von Trotta
Drehbuch: Pam Katz
Darsteller: Katja Riemann, Ingrid Bolsø Berdal, Lucie Pohl, Susan Duerden, Cosima Shaw, Robert Seeliger, Haluk Bilginer
110 Minuten
ohne Altersbeschränkung

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Spielzeiten:

Samstag 16.12.17:13.00 Uhr (Letzte Vorstellung!)