Ella und das große Rennen

Ella und ihre Mitschüler haben es gut, denn ihr Lehrer liegt meistens mit dem Gesicht auf dem Lehrertisch und macht ein Nickerchen. So können sie machen, was sie wollen. Das tun sie aber gar nicht, sondern schreiben artig ihren Schulaufsatz über den gemeinsamen Ausflug in den Zoo. Später hören sie den Lehrer auf dem Gang mit der Direktorin streiten, die von ihm einen Bericht für das Schulamt verlangt, um zu verhindern, dass ihre kleine Dorfschule geschlossen wird. Weil aber der Lehrer meist missgelaunt und außerdem faul zu sein scheint, nimmt er kurzerhand Ellas Aufsatz über den Tagesablauf eines Affenpflegers und schickt ihn an die Behörde. Was folgt, kann man sich an fünf Fingern abzählen: eine aufgeregte Schulamtsangestellte, die glaubt, die Dorfkinder retten zu müssen, ein großer Bus, der Ella und ihre Freunde in die Stadt abtransportiert, wo eine irrwitzige Suche nach ihrem Klassenzimmer in dem unüberschaubar monströsen Schulgebäude damit endet, dass sie wieder nach Hause fahren. Aber dort stehen bereits die Bulldozer vor dem friedlichen Holzhaus, das einmal ihre Schule war. Hinter der bildungspolitischen Maßnahme steckt natürlich das Geld in Form des wohlhabenden Vaters eines Formel 1 – Juniorpiloten, der für seinen Sohn eine Rennstrecke mitten durch das Dorf und also auch die Schule bauen will und das gesamte Gelände aufgekauft hat. Der Kampf beginnt.

So schräg wie dieser Plot ist auch der ganze Film. Die extreme Überzeichnung aller Erwachsenenfiguren, die der Bande sympathischer Grundschüler um die achtjährige Ella gegenüberstehen, bietet Potenzial für viel Komik. Und auch die Kinder, die sich auf verspielt naive Weise die Welt so zurechtbiegen, wie es für sie richtig ist, - diese Brüder und Schwestern solch unabhängiger, pfiffiger Kinderfiguren wie Pippi, Ronja, Nick und anderer, sind ein Garant für ein amüsantes Filmabenteuer. Nachdem die “Ella”-Bücher von Timo Parvela sogar auf dem deutschen Markt Bestseller sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Verfilmung ins Kino kommt. Taneli Mustonen hat sie geschaffen und damit einen zielgruppengerechten Film abgeliefert, der alles hat, was Kinderherzen höher schlagen lässt: Spannung, Humor und jede Menge Action mit falschen Bärten und knallharten Fleischklößen. Und wenn - wie im vorliegenden Fall - die Kinder um den Erhalt ihrer kleinen Schule kämpfen, dann gibt das dem Ganzen sogar noch einen pädagogisch wertvollen Anstrich.

Finnland 2012
Regie: Taneli Mustonen
Darsteller: Freja Teijonsalo, Aura Mikkonen, Emilia Paasonen, Eero Milonoff, Oliver Kivi
Laufzeit: 81 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung

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