Kleine Wunder in Athen (In digitaler High-End-Projektion)

Ein etwas heruntergekommenes Stadtviertel in Athen: Der alternde und von seiner Frau verlassene Kioskbesitzer Stavros hängt den ganzen Tag mit seinen Freunden an seinem Kiosk herum und lästert über Albaner und Chinesen. Zuhause muss er sich um seine senile Mutter kümmern. Die hat ausgerechnet einen Albaner bei sich aufgenommen, den sie für ihren verlorenen Sohn hält und mit dem sie fließend albanisch spricht. Stavros schmeißt ihn sofort heraus, doch sein Selbst- und Weltbild ist schwer erschüttert.

Bedächtige, lakonische, griechische Komödie, die mit ihrem in ausgeblichenen Farben gezeichneten Setting in einem baufälligen Athener Stadtviertel auf den ersten Blick wie ein Beitrag zur Griechenlandkrise wirken mag, aber vor allem zielsischer Fremdenfeindlichkeit aufs Korn nimmt. Der in Athen geborene und in Berlin lebende Regisseurs Filippos Tsitos stellt seiner stoisch wirkenden Hauptfigur Stavros dessen emotionale Mutter (wundervoll: Titika Saringouli) entgegen. Eine weise Komödie über Nächstenliebe und den Mut zum Wandel, die Nationalismus ad absurdum führt.

Deutschland / Griechenland 2009
Regie: Filippos Tsitos
Darsteller: Antonis Kafetzopoulos, Anastasis Kozdine, Titika Sarigouli
Länge: 103 Minuten

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